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Elfriede-Grünberg-Preis

Der Elfriede-Grünberg-Preis, den die Welser Initiative gegen Faschismus für konsequentes Engagement in den Bereichen Gedenkarbeit und Antirassismusarbeit seit 2000 alljährlich verleiht, ist nach einem jüdischen Welser Mädchen benannt:

Elfriede Grünberg
geboren am 01.04.1929 in Wels
letzte bekannte Adresse: Wien 2, Blumauergasse 21
Deportation von Wien nach Maly Trostinecam 09.06.1942,
gestorben in Maly Trostinec am 15.06.1942.

Elfriede war das jüngste der fünf Kinder von Max und Ernestine Grünberg, die 1920 von Rumänien nach Österreich einwanderten. Ernestine wurde am 08.03.1897 in Sireth, Rumänien, geboren. Ihre Geschwister Albin (*1913) und Rosa (*1914) wurden in Rumänien, Norbert (*1920) und Erwin (*03.09.1922) in Österreich geboren. Auch Elfriedes Tante Klara Grünberg (* 20. Februar 1899) lebte bei der Familie. Die Grünbergs waren mosaischen Glaubens und gehörten der Kultusgemeinde Linz an, da es in Wels weder eine solche noch eine Synagoge gab. Im Haus Kaiser-Josef-Platz 53 führte die Familie Grünberg ein Textilgeschäft. Die Familie geriet im Lauf der Jahre in wachsende wirtschaftliche Not und zieht mehrmals um. Rosa übersiedelte nach ihrer Matura 1933 nach Israel und überlebte so den NS-Terror. Über Albin und Norbert ist nicht mehr als das Geburtsjahr bekannt. Da die Judenfeindlichkeit immer mehr wuchs, fanden sie nur in der Familie Häuserer gute Freunde. Vor der drohenden Delogierung wurde die Familie Grünberg im Herbst 1937 durch Franz und Anna Häuserer in einem Gartenhaus untergebracht, das in der heutigen Knorrstraße 3 Iiegt. Die Familie büßte diese Hilfsbereitschaft. Ihrer Tochter wurde deswegen ein Beruf vorenthalten, da sie aus einer "100% schwarz-jüdisch gesinnten" Familie stammte. lm Frühherbst 1938 transportierte die Gestapo die Mitglieder der jüdischen Familie nach Wien ab. Max Grünberg konnte zwei Jahre später nach Shanghai fliehen. Von ihm sind keine weiteren Lebenszeichen bekannt. Den drei Frauen gelang die Ausreise nicht mehr. Am 09.06.1942 erfolgte der 26. Transport von Wien nach Maly Trostinec (Minsk). Mutter Ernestine und Tochter Elfriede kamen am 15. Juni 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinec ums Leben, Tante Klara wurde vermutlich schon am 15. Mai 1942 in lzbica bei Lublin ermordet. Elfriede war zum Zeitpunkt ihres Todes gerade 13 Jahre alt, sie war das jüngste Holocaustopfer aus Wels.

Vor dem Haus Knorrstraße 3 erinnern "Stolpersteine" an Elfriede, Ernestine und Klara Grünberg.
Das ehemalige Geschäft der Grünbergs am Kaiser-Josef-Platz ist Teil des Erinnerungsweges.

Die bisherigen PreisträgerInnen

(mit Titel, Funktionen und Orten zum Zeitpunkt der Verleihung)

Ausführliche Porträts der PreisträgerInnen kann man in unserer Zeitung 'Antifa Forum' nachlesen.

2011
Rosa Gitta Martl, Verein "Ketani", Linz
Dr. Andreas Maislinger, Politikwissenschafter, Braunau/Innsbruck
Peter Lechner, Schmied, Hochburg-Ach
Uwe Sailer, Kriminalbeamter und Datenforensiker, Linz

Grünberg-PreisträgerInnen 2011

OÖNachrichten
15. Dezember 2011, OÖNachrichten Braunau

2010
Astrid Hackl, "Plattform Bleiberecht", Gallneukirchen
Martha Gammer, Gedenkdienstkomitee Gusen, St. Georgen an der Gusen
Mag. Rudolf Lehner, Kulturreferent, St. Georgen an der Gusen
Dipl.-Ing. Ernst Huber, Gedenkinitiative Bachmanning (posthume Verleihung)

OÖNachrichten
24. November 2010, OÖNachrichten Wels

2009
Dr. in Marie-Jose Simonet, Ärztin, Linz
Leo Furtlehner, KPÖ-Landessprecher, Linz
Walter Hofstätter, Kulturreferent und Vorsitzender "perspektive", Mauthausen
Thomas Böhler, Bundessprecher des Gedenkdienstes, Ebensee

2008
Mag.a Brigitte Geibinger, Direktorin der HBLW Wels
Mag.a Gertraud Jahn, Landtagsabgeordnete, Mauthausen
Dr. in Anita Eyth, Kulturverein "Kult-Ex", Leonding
Mag. Norbert Trawöger, Musiker, Wels

2007
Gülcan Gigl, Gemeinderätin, Linz
Gerhard Skiba, Bürgermeister, Braunau
Norbert Leitner, Bürgermeister, Haslach
Martin Kranzl-Greinecker, Gedenkinitiative Pichl bei Wels

2006
Dr. Irmgard Aschbauer, Mauthausen Komitee Österreich, Linz/Wien
Leopold Engleitner, KZ-Überlebender und Zeitzeuge, St. Wolfgang im Skgt.
Bernhard Rammerstorfer, Autor und Filmproduzent, Herzogsdorf
Georg Oberhaidinger, Nationalratsabgeordneter a.D., Wels

2005
Irmgard Schmidleithner, ÖGB-Vizepräsidentin a.D., Neuhofen an der Krems
Gunther Trübswasser, Klubobmann der Grünen im oö. Landtag, Linz
Mümtaz Karakurt, "migrare"-Geschäftsführer, Linz
Dr. Ludwig Laher, Schriftsteller, St. Pantaleon bei Braunau

2004
Ursula Hüttmayr, Lehrerin an der Hauptschule Gunskirchen
Dr. Erich Gumplmaier, ÖGB-Landessekretär, Linz
Prof. Mag. Andreas Gruber, Regisseur und "SOS Menschenrechte"-Vors., Wels
Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer, Wissenschaftlicher Leiter des DÖW, Wien

2003
Dr. Herta Eva Schreiber, Rechtsanwältin, Wels
Rudolf Haunschmid, Zeitzeuge und Ehrenobmann des KZ-Verbandes OÖ., Linz
Albert Langanke, Generalsekretär des Internationalen Mauthausen Komitees, Linz
Dr. Wolfgang Quatember, Leiter des Zeitgeschichtemuseums Ebensee

2002
Mag. Waltraud Neuhauser, Mauthausen Komitee Steyr
Mag. Karl Ramsmaier, Mauthausen Komitee Steyr
Mag. Josef Adlmannseder, Direktor des Wirtschaftskundl. Realgymnasiums Wels
Günter Kalliauer, Leiter des Stadtarchives Wels

2001
Univ.-Prof. Dr. Reinhard Kannonier, Rektor der Kunstuniversität Linz
Univ.-Prof. Dr. Rudolf Kropf, Historiker, Johannes-Kepler-Universität Linz
Univ.-Prof. Dr. Michael John, Historiker, Johannes-Kepler-Universität Linz
Erwin Peterseil, Herausgeber der Zeitschrift "Antifa-Info", Traun

2000
Dr. Johann Kalliauer, AK-Vizepräsident, Wels
Rudolf Anschober, Klubobmann der Grünen im oö. Landtag, Linz
Dr. Wilhelm Achleitner, Leiter des Bildungshauses Schloss Puchberg, Wels
Raimund Buttinger, SPÖ-Bezirkssekretär, Wels

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