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Berichte

aktualisiert am 12.12.2011


Marko Feingold erzählt aus seinem Leben

Der Hofsaal des Bildungshauses Schloss Puchberg konnte die rund 160 ZuhörerInnen kaum fassen, als Marko Feingold, der 98-jährige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, am 6. Dezember aus seinem Leben erzählte.




Feingold hat die Konzentrationslager Auschwitz, Neuengamme, Dachau und Buchenwald überlebt. Nach 1945 arbeitete er eng mit der Organisation Bricha zusammen, die jüdische Flüchtlinge nach Palästina brachte. Trotz seines hohen Alters ist Präsident Feingold bis heute auch als Zeitzeuge und als Vorstandsmitglied des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) aktiv.
Veranstaltet wurde der Zeitzeugenabend, der auf so großes Interesse stieß, vom oö. Antifa-Netzwerk, von der Welser Antifa und vom Bildungshaus. Am 18.12.2011 erscheint in der Wochenendbeilage der "OÖ. Nachrichten" ein Interview, das Klaus Buttinger mit Marko Feingold anlässlich dieser Veranstaltung geführt hat.
Zur Aufheiterung eine Anekdote: Als die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Feingold vor kurzem fragte, ob er sie zu seinem 100. Geburtstag einladen werde, antwortete er: "Gern, Frau Landeshauptfrau, wenn Sie mich auch zu Ihrem 100. Geburtstag einladen …". 

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Jahresforum Welser Antifa:

Welser Antifa verlieh Elfriede-Grünberg-Preis
Werner Retzl als Vorsitzender bestätigt

Am 28. November fand im Bildungshaus Schloss Puchberg das Jahresforum der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa) statt: 40 Delegierte sowie zahlreiche Gäste dankten der Initiative für ihre wertvolle demokratische Aufklärungsarbeit.

Der Jahresbericht fiel beeindruckend aus: zahlreiche öffentliche Aktivitäten wurden gesetzt. Viele davon in Zusammenhang mit Jugendarbeit, darunter Zeitzeugen-Veranstaltungen mit Hunderten von SchülerInnen. Regelrecht aus allen Nähten platze das Welser "Soundtheatre" am Politischen Aschermittwoch, an dem die Flüchtlingshelferin Ute Bock Gast der Antifa war. Überwältigend war auch die Spendenfreudigkeit der BesucherInnen. 5000 Euro konnten Frau Bock für ihren Verein übergeben werden. Über 500 Menschen kamen im heurigen Jahr zur Kundgebung gegen Rassismus und Fremdenhass, auf der der Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper zum Thema Toleranz sprach.

Bereits zum zwölften Mal verlieh die Antifa einen Preis: Er trägt den Namen der jüdischen Welserin Elfriede Grünberg. Sie wurde 1929 - im selben Jahr wie Anne Frank - geboren und als 13-Jährige von den Nationalsozialisten nach Osten deportiert, wo sie ums Leben kam. Der Preis wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus verdient gemacht haben. Das damit verbundene Buchgeschenk wurde vom Schriftsteller Günter Wels, der im Jänner Gast der Initiative war, signiert und den PreisträgerInnen persönlich gewidmet. Die PreisträgerInnen sind:
Rosa Gitta Martl, geboren 1946 in Linz. Im Jahr 1998 gründete sie den Verein Ketani, um sich voll und ganz für jene Sinti, denen die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, einsetzen zu können. Insgesamt reichte Gitta Martl mehr als 200 Anträge für NS-Opfer ein. Im Jahr 2001 war sie als Beraterin maßgeblich daran beteiligt, dass die Stadt Braunau einen festen Lagerplatz für durchreisende Sinti- und Roma-Gruppen errichtete.
Andreas Maislinger, geboren 1955 in St. Georgen. Maislinger studierte Politikwissenschaft in Salzburg, Frankfurt am Main und Berlin. Schon damals fand er seine Aufgabe: Gegen Österreichs Lebenslüge, Opfer des Nationalsozialismus zu sein, wirksamen Widerspruch zu erheben. Maislinger gründete 1992 sowohl den Gedenkdienst als auch die Braunauer Zeitgeschichte-Tage. Aus den bescheidenen Anfängen des Gedenkdienstes ist ein weltweites Netzwerk in mehr als 30 Staaten geworden.
Peter Lechner aus der Innviertler Gemeinde Hochburg-Ach gehört dem Jahrgang 1937 an. Der Schmied Peter Lechner braucht keine großen Worte. Er hat nicht lange geredet, er hat nicht von anderen verlangt, dass sie etwas tun. Er hat selbst gehandelt und mit seinem Sohn Anton 2004 ein Erinnerungskreuz für die Sinti-Familie Kerndlbacher geschmiedet und aufgestellt.
Uwe Sailer wurde 1956 in Linz geboren. Er erlernte den Tischlerberuf, trat aber 1976 in den Polizeidienst ein. Seit 1997 setzte sich Uwe Sailer mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander, seit 2003 im Besonderen mit der neonazistischen Gruppe "Bund Freier Jugend" (BFJ). Ab 2006 unterstützte er das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung durch Internet-Recherchen in der rechtsextremen Szene. Die Verhaftung der Neonazis Gottfried Küssel, Felix Budin und Wilhelm Christian Anderle - wichtigste Hintermänner von "Alpen-Donau.Info" - gehen auf die Recherchearbeit Sailers zurück.

(v.r.n.l.) Antifa Vorsitzender Werner Retzl mit den diesjährigen Grünberg-PreisträgerInnen Rosa Gitta Martl,  Andreas Maislinger, Peter Lechner, Uwe Sailer und seinem Stellvertreter Christian Stöbich.
 
Bei der Neuwahl wurden Antifa-Vorsitzender Mag. Werner Retzl, sein Stellvertreter Mag. Christian Stöbich und alle anderen Vorstandsmitglieder mit großer Mehrheit bestätigt.

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Kundgebung gegen Rassismus am 9. 11. 2011

Am 9. November 2011 fand um 19.00 Uhr die von der Stadt Wels und der Welser Initiative gegen Faschismus anlässlich des 73. Jahrestages der "Reichspogromnacht" abgehaltene Gedenkkundgebung für die Opfer von Rassismus und Fremdenhass statt.
Zu dieser Kundgebung vor dem Jüdischen Mahnmal im Pollheimerpark riefen zahlreiche religiöse, politische, kulturelle und humanitäre Organisationen auf, darunter auch die katholische und die evangelische Kirche sowie die Gewerkschaften, rund 600 Menschen folgten diesem Aufruf.

Einleitende Worte sprachen Bürgermeister Dr. Peter Koits und Antifa-Vorsitzender Mag. Werner Retzl. Die Gedenkrede hielt der Dirigent und Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, Franz Welser-Möst. Für die Umrahmung sorgte das Flötenensemble der Landesmusikschule Wels unter der Leitung von Mag. Norbert Trawöger.


Antifa-Vorsitzender Werner Retzl, Bürgermeister Koits, Franz Welser-Möst


Bürgermeister Koits bei seiner Ansprache




Der ORF berichtete in seiner Sendung OÖ Heute über die Veranstaltung, der Tonmitschnitt der Sendung kann hier angehört werden:

(zur Nutzung der mp3 wird ein Abspielprogramm wie Quick-Time-Plug-In o.ä. benötigt)

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Jahrestreffen des oö. Antifa-Netzwerk in Wels-Puchberg

Schon mehr als 60 Organisationen bekämpfen gemeinsam Rechtsextremismus
Am 1. Oktober 2011 fand im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels das Jahrestreffen des "OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus" statt. 130 Vertreter von politischen, kirchlichen, kulturellen und humanitären Organisationen aus dem ganzen Bundesland informierten sich, diskutierten und stimmten vielfältige Aktivitäten ab. Und sie feierten das zehnjährige Bestehen ihres Netzwerks, das im Herbst 2001 im Bildungshaus gegründet worden war.

Netzwerk-Sprecher Robert Eiter konnte berichten, dass heuer wieder fünf Organisationen beigetreten sind - darunter die Hochschülerschaft der Johannes-Kepler-Universität. Damit ist die Zahl der Mitgliedsorganisationen seit Gründung des Netzwerks von 26 auf 63 gestiegen. "Ein echtes Erfolgsmodell", nennt Eiter das Netzwerk. "In keiner anderen europäischen Region arbeiten so viele verschiedene Organisationen bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus und Fremdenhass zusammen wie in Oberösterreich."

Am Engagement offizieller Stellen übten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens aber harte Kritik: Der Umgang von Landesregierung, Sicherheitsbehörden und Strafjustiz mit dem zunehmenden Rechtsextremismus sei völlig unzureichend. Das Wegschauen und Verharmlosen müsse endlich aufhören, heißt es in einem Beschluss. Das Netzwerk fordert u.a. eine Erklärung der Landesregierung, dass der Rechtsextremismus auch in Oberösterreich ein gravierendes Problem darstellt, ein umfassendes Maßnahmenpaket zu seiner Bekämpfung, genügend motivierte Beamte für den Verfassungsschutz sowie eine konsequente Fahndung nach neonazistischen Tätern. Ebenfalls verlangt wird, dass staatliche Einrichtungen ihre Geschäfte mit Unternehmen, bei denen rechtsextreme Verbindungen bekannt werden, endgültig abbrechen. Kürzlich war ein berüchtigter Neonazi aufgeflogen, den ein Welser Medienunternehmen unter falschem Namen als Journalist beschäftigt hatte.


Das Hauptreferat auf dem Treffen hielt Gregor Mayer, der Korrespondent des Nachrichtenmagazins "profil" in Ungarn. Er schilderte aufrüttelnd, wie der ungarische Regierungschef Viktor Orban und seine nationalistische FIDESZ-Partei unser Nachbarland Schritt für Schritt in eine Diktatur verwandeln. Längst seien Minderheiten wie Roma und Juden gefährdet. Da die EU diese menschenverachtende Entwicklung ignoriere, müsse die Zivilgesellschaft in ganz Europa Widerstand organisieren, so Mayer.

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Welser Antifa feierte entspanntes Sommerfest

Nachdem das Brucknergymnasium die Patenschaft für das Neonazismus-Mahnmal übernommen hatte (siehe den untenstehenden Bericht), trafen sich rund 30 Leute auf der Dachterrasse des Restaurants "Divan", um dort bei bestem Wetter und mit Blick auf den Ledererturm das traditionelle Sommerfest der Welser Antifa zu feiern. Die Stimmung war - wie die Fotos zeigen - ausgesprochen entspannt. Das türkische Essen schmeckte und es wurde viel gelacht.










Fotos: Gerhard Kellner 

Als Startschuss für eine richtige Sommerpause kann das angenehme Fest allerdings nicht gelten: Im Herbst stehen zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten auf dem Programm, die vorbereitet werden müssen - beispielsweise die Gestaltung des Erinnerungsweges, der durch die Welser Innenstadt führen wird.

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Brucknergymnasium übernahm Patenschaft für Mahnmal

WELS. Am 5. Juli 2011 übernahm das Brucknergymnasium vor dem Haus Porzellangasse 38 im Rahmen einer Feierstunde die Patenschaft für das dortige Mahnmal. Dieses Mahnmal erinnert an einen Brandanschlag, den ein junger Neonazi im Mai 1997 aus Fremdenhass verübte. Durch den Anschlag wurden zehn Menschen zum Teil schwer verletzt, der aus Mazedonien stammende Arbeiter Sukri Arifi kam ums Leben.
Bürgermeister Peter Koits konnte bei der Feierstunde rund 80 Teilnehmer begrüßen. Er dankte der Direktorin des Brucknergymnasiums, Elisabeth Kölblinger, für das Engagement ihrer Schule. Ziel der Patenschaft ist neben der praktischen Pflege des Mahnmals, den Brandanschlag und seine Opfer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und als Konsequenz daraus immer wieder Zeichen gegen Rassismus und Neonazismus sowie für Menschlichkeit und gleichberechtigtes Zusammenleben zu setzen.
Der Vorsitzende der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa), Werner Retzl, wies in seiner Rede darauf hin, dass derzeit nicht nur die offen rechtsextremen Strömungen in der Gesellschaft zunehmen. Fremdenangst und Fremdenhass seien auch in die demokratischen Parteien eingedrungen und führten zu einer immer brutaleren Ausgrenzung ohnehin diskriminierter Gruppen wie Flüchtlinge, Bettler und Roma. Es gelte, diese unmenschliche Entwicklung mit Hilfe breiter Bündnisse konsequent zu bekämpfen, betonte Retzl.
Schüler des Brucknergymnasiums umrahmten die gelungene Feierstunde - u.a. durch Musik von Franz Schubert und durch eigene Texte zum Thema.


von rechts nach links: Bürgermeister Peter Koits, Direktorin Elisabeth Kölblinger und Antifa-Vorsitzender Werner Retzl mit den Patenschaftsurkunden vor dem Mahnmal - hier die Rede von Werner Retzl
Bildrechte: Stadt Wels

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Bachmanning:
Gedenktafel für lokale NS-Opfer enthüllt

Am 21. Juni 2011 wurde vor dem Gemeindeamt von Bachmanning eine Gedenktafel für die lokalen NS-Opfer enthüllt. Rund 80 Personen nahmen an der Feierstunde teil. Bürgermeister Franz Brenneis (ÖVP) und Vizebürgermeister Franz Rapold (SPÖ) konnten zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Vertreter des Mauthausen Komitees Österreich und der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa). Die Gedenkinitiative Bachmanning stellte in berührender Weise die lokalen NS-Opfer vor: die Häftlinge des KZ-Nebenlagers Bachmanning, die Sinti-Familie Rosenfels-Jungwirth, den kommunistischen Widerstandskämpfer Alois Steiner sowie die Säuglinge Paul und Wladimir, die von osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen im Ort geboren worden und im "Fremdvölkischen Kinderheim" Schloss Etzelsdorf in Pichl ums Leben gekommen waren.
Der Bezirkshauptmann von Wels-Land, Josef Gruber, betonte in seiner Rede die Wichtigkeit des Erinnerns: Seltsamerweise werde von manchen Kreisen ein "Schlussstrich" immer nur dann gefordert, wenn es um die NS-Verbrechen gehe. Diesen "Schlussstrich" könne und dürfe es aber nicht geben, weil Rechtsextremismus, Fremdenhass und Intoleranz auch heute eine Gefahr für die Menschenrechte seien. Es gelte, dieser Gefahr konsequent entgegenzutreten, so Gruber.


Bezirkshauptmann Josef Gruber und Brigitte Oberndorfer von der Gedenkinitiative Bachmanning nach der Enthüllung der Tafel (Foto: Gerhard Kellner)

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Bürgermeister Koits feierte seinen 70er

Ein Politiker mit Haltung

Am 9. Mai feierte der Welser Bürgermeister Dr. Peter Koits seinen 70. Geburtstag. Unter den zahlreichen GratulantInnen waren auch Antifa-Vorsitzender Mag. Werner Retzl und der Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, Dr. Robert Eiter. Wie von Koits gewünscht, brachten sie keine Geschenke mit, sondern spendeten stattdessen für einen Kinder- und Jugendförderungspreis. Diesen Preis hat der Bürgermeister neu begründet.

Dr. Peter Koits ist wohl derjenige aktive Politiker in Oberösterreich, der am meisten für antifaschistische Anliegen und Ziele getan hat. Gemeinsam mit der Antifa-Initiative entwickelte er das "Welser Modell", in dessen Rahmen bereits mehr als 40 Projekte umgesetzt wurden und werden: Straßenbenennungen, Mahnmale, Kundgebungen, Zeitzeugenprogramme, Schulpatenschaften, Buchgeschenkaktionen, lokalgeschichtliche Forschungen, humanitäre Aktivitäten, Einladungen an überlebende NS-Verfolgte und vieles mehr. Weder in Österreich noch in Deutschland dürfte es eine Stadt vergleichbarer Größe geben, die diesbezüglich so vieles unternimmt wie Wels. Das ist zu einem beträchtlichen Teil das Verdienst von Bürgermeister Koits.
Für sein demokratisches Engagement musste er mehrfach Anfeindungen, Verleumdungen und sogar Drohungen aus rechtsextremen Kreisen ertragen. Geändert hat er seine Haltung trotzdem nicht. Dafür gebührt ihm großer Respekt.
Natürlich gibt es fallweise auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Bürgermeister Koits und der antifaschistischen Bewegung. Aber noch immer ist es gelungen, solche Fragen fair und sachlich zu lösen. Und noch immer hat er bewiesen, dass er zu lebhaften Debatten und offener Kritik ein konstruktives Verhältnis hat.
Die Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa) und das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus wünschen Bürgermeister Dr. Peter Koits zu seinem runden Geburtstag alles Gute! Sie danken ihm für die erfolgreiche Zusammenarbeit über viele Jahre und hoffen, dass diese Zusammenarbeit noch lange fortgesetzt wird.

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Gedenken an die Befreiung des KZ-Nebenlagers Gunskirchen

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sprach in Gunskirchen
Am 7. Mai 2011 fand beim ehemaligen KZ-Friedhof Gunskirchen die Gedenkfeier an die Befreiung des KZ-Nebenlagers Gunskirchen statt, um die 400 Personen nahmen daran teil.
Nach der Begrüßung durch den Gunskirchner Bürgermeister Josef Sturmair sprach die Erste Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer. Anschließend kamen Prof. Ernö Lazarovits als Vertreter der ungarischen Juden, Mickey Dorsey als US-Veteran und Befreier des KZ-Nebenlagers sowie Dr. Robert Eiter vom Mauthausen Komitee Österreich zu Wort. Das Kulturprogramm gestalteten die Hauptschule Gunskirchen, die Landesmusikschule Gunskirchen und der Singkreis Gunskirchen.


Barbara Prammer und Robert Eiter

Dr. Robert Fisch, Mickey Dorsey, Ernö Lazarovits
 

In den Traunauen zwischen Gunskirchen und Edt bei Lambach befand sich im Frühjahr 1945 eines der größten Nebenlager des Konzentrationslagers Mauthausen. Es war im Dezember 1944 zum Zweck der Herstellung von Flugzeugteilen aus Holz geschaffen worden. Ausgemergelte Häftlinge wurden noch wenige Tage vor Kriegsende in einem Todesmarsch, bei dem Tausende umkamen, dorthin getrieben. Am 4. Mai 1945 konnte die vorrückende US-Armee rund 17.000 Menschen befreien. Von ihnen starben allerdings noch viele während der darauffolgenden Wochen.

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Welser Antifa: 5.000 Euro für Ute Bock

Das Welser 'Soundtheatre' platzte am 9.3.2011 aus allen Nähten, viele der rund 400 Besucherinnen und Besucher mussten sich mit einem Stehplatz begnügen - aber alle wollten Ute Bock live erleben.



Werner Retzl, Ute Bock, Andrea Bauer

Im Anschluss an den Film 'Die verrückte Welt der Ute Bock' beantwortete Ute Bock zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Das Gespräch moderierte Andrea Bauer (Vorstandsmitglied der Welser Initiative gegen Faschismus): "Ute Bock ist zu einem Symbol für den menschlichen Umgang mit AsylwerberInnen geworden. Ein Besucher der gestrigen Veranstaltung hat es auf den Punkt gebracht: ‚sie ist beeindruckend, furchtlos, agil, schlagfertig und nicht zuletzt voller Humor.' Der bittere Beigeschmack und eigentlich eine Schande für Österreich ist, dass Private wie Ute Bock Aufgaben des Staates übernehmen müssen!"
Denn: Ute Bock kümmert sich rund um die Uhr um den ‚Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock' - anfänglich ein kleines Wohnprojekt, das mittlerweile ca. 60 Wohnungen umfasst, in denen mehr als 300 Menschen Unterkunft und Verpflegung erhalten. Zusätzlich hat sie für mehr als 1000 AsylwerberInnen, die keine staatliche Unterstützung erhalten, aber auch nicht arbeiten dürfen, zumindest eine Meldeadresse und juristische Beratung, damit sie ihr Asylverfahren weiterführen können, organisiert.
Ute Bock über ihre Arbeit: "Ich bin Erzieherin und nicht Polizist oder Richter. Meine Aufgabe ist es, jungen Menschen zu einer Ausbildung oder einer Arbeit zu verhelfen und sie zu unterstützen, ein einigermaßen lebenswertes Leben führen zu können. Für mich müsste jeder Mensch dieselben Möglichkeiten und Chancen haben. Ich glaube nicht, dass es klug ist, eine Gruppe von Unzufriedenen und Benachteiligten zu schaffen. Selbst wenn es einmal so sein sollte, dass diese Menschen in ihre Heimat zurückkehren können oder müssen, ist es besser, sie haben hier etwas gelernt, sind hier gut behandelt worden und können das hier Erfahrene in ihre Heimatländer mitnehmen, als sie sind Unzufriedene, die das Gefühl haben, zu kurz gekommen zu sein, sind Alkoholiker, Drogenabhängige und Kriminelle."
Für ihr Engagement wurde Ute Bock bereits mehrfach ausgezeichnet.
Der Vorstandsvorsitzender der Welser Antifa Werner Retzl: "Nach wie vor erhält der Verein Ute Bock keinerlei staatliche Zuwendungen und ist auf Spendengelder und Sponsoren angewiesen. Wir sind überwältigt von der Spendenfreudigkeit der Gäste und freuen uns sehr, dass wir Ute Bock gestern rund 5.000 Euro für ihren Verein überreichen konnten!"
Spendenkonto: siehe www.fraubock.at

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