"Das ist wie in der Reichskristallnacht.
Wir sind die neuen Juden." FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache zu WKR-Ballbesuchern
über die Gegendemonstration (laut "Standard" vom 30. Jänner
2012) "Polizei soll organisierte Bettlerei endlich exekutieren"
- Titel einer Presseaussendung des oö. FPÖ-Klubobmanns Günter
Steinkellner (Freud'scher Verschreiber oder Absicht?)
Rechtzeitig vor dem Opernball (16. 2.) bekamen sieben Mitglieder
der Bundesregierung einen Orden. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky
schäumte: "Das ist in höchstem Maße deplatziert und unanständig!"
Vilimsky wusste offenbar nicht, dass auch sein Bundesparteiobmann HC Strache
einen Orden erhält: das "Große Goldene Ehrenzeichen mit
dem Stern". Als der FPÖ-Generalsekretär das erfuhr, sagte er:
"Ich gehe davon aus, dass Strache den Orden ablehnt!" Doch der macht
ihm die Freude nicht: "Ich denke, den Orden verdient zu haben, und nehme
ihn an." Eine blaue Posse mehr …
Blauäugig gibt sich
Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), der am
11. Februar den Burschenbundball eröffnen will, also die Linzer Ausgabe
des Wiener WKR-Balls. Als die SPÖ, die Grünen und das oö.
Antifa-Netzwerk vergangene Woche öffentliche Kritik an Pühringer übten,
meinte er, er rede dort ja gar nicht, sondern tanze nur wie auf vielen anderen
Bällen ... Dass die Anwesenheit des Landeshauptmanns der Rechtsaußen-Veranstaltung
den Anschein demokratischer Honorigkeit verleiht, kann oder will er einfach
nicht verstehen. Ähnliches gilt für den Vizerektor der Johannes-Kepler-Universität,
Friedrich Roithmayr: Auch er beschwört die Harmlosigkeit des Balls. Die
Hintergründe blendet er wie Pühringer aus. Diese Debatte ist noch
lange nicht zu Ende geführt.
Eine erfreulich klare Stellungnahme
zum Thema Bettelverbot hat der neue Präsident der Katholischen Aktion (KA)
Oberösterreichs, Bert Brandstetter, abgegeben: Ein Bettelverbot wäre
eine grobe Missachtung der Menschenwürde derer, die Not leiden und Hilfe
nötig haben. Es sei ein menschliches Grundrecht, um Almosen bitten zu dürfen.
Der Umstand, dass sich unsere Wohlstandsgesellschaft von den Ärmsten gestört
fühlt, dürfe nicht zur Grundlage einer neuen Rechtsnorm in unserem
Land werden, so Brandstetter. Aufgabe der Politik müsse es sein, die Armut
zu bekämpfen, nicht die von Armut betroffenen Menschen, betont der oberösterreichische
KA-Präsident. Die Katholische Aktion wende sich deshalb entschieden gegen
Maßnahmen, die zu einer weiteren Entsolidarisierung unserer Gesellschaft
führen sowie Vorurteile und rassistische Hetze gegenüber den Ärmsten
fördern.
Der Braunauer Bezirkspolizeikommandant Martin Pumberger
erklärte gegenüber den "OÖ. Nachrichten", im Bezirk
gebe es "keine rechtsextreme Szene", sondern nur "drei rechts
angehauchte Gruppen …". Diese typische, aber trotzdem skandalöse
Verharmlosung haben jetzt die Kommunistische Jugend (KJÖ) und der infoladen
Wels gemeinsam widerlegt: Sie verschickten ein Dossier, das die zahlreichen
braunen Umtriebe und Gewalttaten im Bezirk Braunau penibel auflistet, samt im
Internet recherchierten Fotos von Neonazis aus der Region. Siehe KJÖ-Site. Am Samstag, dem 14. April, wieder antifaschistischer Aktionstag in der
Stadt Braunau: Um 15.00 Uhr beginnt vor dem Bahnhof der alljährliche
Demonstrationszug, um 18.00 Uhr findet in der Musikschule Braunau das 1. Antifa-Forum
statt. Letzteres wird von Andreas Maislinger organisiert und befasst sich mit
der Frage, wie Rechtsextremismus wirksam bekämpft werden kann.
In Wels hat sich eine blau-schwarze Allianz gebildet - offenbar mit
dem Ziel, spätestens 2015 einen Freiheitlichen als Bürgermeister zu
installieren. Die ÖVP, die sich an Gedenktagen wie dem 9. November gern
antifaschistisch gibt, arbeitet gezielt an diesem massiven Rechtsruck mit. Zwei
Vorstöße aus jüngster Zeit beweisen das: Gegen die Stimmen von
SPÖ und Grünen drückte Blau-Schwarz die Aufstockung der Stadtwache
von acht auf elf Personen durch. (Wobei nicht verschwiegen sei, dass es die
Welser SPÖ war, die vor der letzten Gemeinderatswahl die völlig überflüssige
Stadtwache eingeführt hat.) Noch schlimmer: FPÖ und ÖVP hatten
sich in der laufenden Diskussion um die Nachbesetzung des Magistratsdirektors
bereits darauf geeinigt, gemeinsam für einen weit rechts stehenden Burschenschafter
einzutreten. Erst als ÖVP-Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner hörte,
dass sich einst das Nachrichtenmagazin "profil" unter dem bezeichnenden
Titel "Hieb- und stichfest" mit den Hintergründen dieses Herrn
beschäftigt hatte und dass vor allem das oö Antifa-Netzwerk davon wusste, machte
er einen Rückzieher. Die öffentliche Kritik wäre doch ein wenig
harsch ausgefallen.
Blau-Schwarz oder Schwarz-Blau zeichnet sich
auch auf der OÖ-Landesebene ab. In einer Presseaussendung wies die
KPÖ am 12.1. auf zwei bemerkenswerte Tatsachen hin: Paul Eiselsberg, "Alter
Herr" der ÖVP-nahen CV-Studentenverbindung "Austro-Danubia",
der als Ehrenmitglied auch Landeshauptmann Josef Pühringer angehört,
war Referent bei einer Veranstaltung der weit rechts stehenden FPÖ-nahen
Burschenschaft "Arminia Czernowitz". Und bei dem von der "Arminia
Czernowitz" mitorganisierten "Burschenbundball" am 11. Februar
wird Landeshauptmann Pühringer die Eröffnungsrede halten! Ganz offenkundig
hat die ÖVP keine Berührungsängste mit Rechtsaußen. Das
sollte auch den Grünen als Noch-Koalitionspartner Pühringers zu denken
geben - und sie zum Handeln bewegen.
Der Welser Antifa-Anwalt
Heinz Oppitz konnte das Verfahren gegen die Diskothek "Fifty-Fifty",
die schwarzen jungen Männern aus purem Rassismus den Zutritt verweigert
hatte, erfolgreich abschließen (kurz vor Weihnachten berichtete
die ORF-Sendung "Oberösterreich heute" darüber). Langweilig
wird dem Juristen trotzdem nicht: Auf Ersuchen des oö. Antifa-Netzwerks
vertritt er jetzt zwei türkischstämmige Jugendliche, die in die neue
Linzer Diskothek "Nachtwerft" mit der Begründung "Ihr seid
Ausländer!" nicht eingelassen wurden. Übrigens hat Oppitz auch
diesen Menschenrechtsfall ohne Kostenrisiko für seine Mandanten übernommen
- das heißt, er bekommt seinen Aufwand nur ersetzt, wenn er gewinnt.
Einen Skandal der Sonderklasse leistet sich der Sozialreferent von Kärnten,
der freiheitliche Landesrat Christian Ragger: Er hat den noch lebenden NS-Opfern
seines Bundeslandes die Weihnachtsgabe gestrichen. Diese sind empört.
Sie sollen sich jetzt als Bittsteller um "Hilfe in besonderen Lebenslagen"
an das Land Kärnten wenden. Finanzielle Gründe kann die provokante
Streichaktion kaum haben: In Kärnten gibt es noch 783 anerkannte NS-Opfer,
von denen jährlich rund 300 um die Weihnachtszuwendung von 75 Euro ansuchen.
Es geht also um etwa 22.000 Euro - im Verhältnis zu anderen Ausschüttungen
des Landes ein geringfügiger Betrag. SPÖ-Landesvorsitzender und
Landeshauptmann-Stellvertreter Peter Kaiser fand für das Vorgehen seines
blauen Regierungskollegen unmissverständliche Worte: "Menschen, die
Opfer des NS-Terrorregimes geworden sind, die Weihnachtsgabe abzuschmutzen,
ist das Letzte. Ich schäme mich, distanziere mich und entschuldige mich
bei den Opfern." Sehr lesenswert ist auch der "Standard"-Kommentar
von Petra Stuiber!
PS: Die noch lebenden Kärntner NS-Opfer
werden die gestrichene Weihnachtsgabe (75
Euro pro Person und Jahr) jetztdoch erhalten.
Wegen der scharfen bundesweiten Kritik veranlasste
Landeshauptmann Gerhard Dörfler die Rücknahme der Streichung,
und zwar sowohl für 2011 als auch für die Zukunft.
Auf die oö Antifa-Netzwerk-Homepage
könnt Ihr Euch unter über wichtige und
interessante antifaschistische Bücher
informieren. zum Beispiel über
"Die Geschichte des
Konzentrationslagers Mauthausen" von
Hans Maršálek, Heribert Schiedel
"Extreme Rechte in Europa" oder Arno
Lustiger - "Rettungswiderstand. Über
die Judenretter in Europa während der
NS-Zeit". Vielleicht wird ja das eine
oder andere Buch zu den Feiertagen
verschenkt und gelesen …
In Italien häufen sich derzeit
rassistische Verbrechen: In Turin
hat ein Mob ein Roma-Lager angezündet.
In Florenz hat am 13.12.2011 der
Rechtsextremist Gianluca Casseri (50)
zwei aus dem Senegal stammende
Straßenhändler ermordet, drei
weitere lebensgefährlich verletzt und
danach Selbstmord begangen. In Rom
sollen Neofaschisten Anschläge auf
Vertreter der jüdischen Gemeinde,
Parlamentspräsident Gianfranco Fini
und Bürgermeister Gianni Alemanno
geplant haben. Zwar kommen beide
Politiker selbst aus der
neofaschistischen Szene, dürften aber
als Verräter gelten, seit sie sich
betont israelfreundlich geben.
Antiterror-Einheiten der Polizei haben
in Florenz und Rom mehrere
Rechtsextremisten verhaftet. In
Florenz bekundeten Bürgermeister
Matteo Renzi und viele BürgerInnen
ihre Trauer.
Der "Spiegel" schreibt, dass die
deutschen Sicherheitsbehörden nach der
Mordserie des "Nationalsozialistischen
Untergrunds" (NSU) endlich erhoben
haben, wie viele deutsche
Rechtsextremisten untergetaucht und
damit besonders gefährlich sind.
Sie sind auf die schockierende Zahl
von 144 gekommen (und es fragt sich,
ob das die ganze Wahrheit ist). Wenn
nur zehn Prozent dieser 144 Neonazis
schwere Straftaten begehen …
Das Mauthausen Komitee Österreich
(MKÖ) und alle Antifaschisten
trauern um HR Dr. Hans Maršálek, der
am 9. Dezember im Alter von 97 Jahren
verstorben ist.
Hans Maršálek, am 19. Juli 1914 in
Wien geboren, war bereits in jungen
Jahren gegen Austrofaschismus und
Nationalsozialismus aktiv. 1941 wurde
er in Prag als Mitglied einer
Widerstandsgruppe tschechischer
Kommunisten verhaftet und nach vielen
Monaten Gestapo-Haft im September 1942
in das KZ Mauthausen überstellt. Dort
gelang es ihm als zweitem
Lagerschreiber, Menschenleben zu
retten und sich am Widerstand zu
beteiligen.
Nach der Befreiung trat Maršálek in
den Polizeidienst ein. Wegen seines
enormen Wissens um die Geschichte des
KZ Mauthausen beauftragte ihn das
Innenministerium mit der Gründung
eines entsprechenden Museums. Es gibt
bis heute kein einziges
wissenschaftliches Werk über das KZ
Mauthausen, das nicht auf den
umfangreichen Dokumentationen und
Archivbeständen aufbaut, die Hans
Maršálek nahezu im Alleingang
geschaffen hat. 1974 erschien seine
wichtigste Publikation „Die Geschichte
des Konzentrationslagers Mauthausen“,
die noch immer – in der mittlerweile
vierten Auflage – als Standardwerk
gilt.
Als Obmann der Österreichischen
Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM)
übergab Hans Maršálek im Jahr 2000 das
Vermächtnis der Häftlinge von
Mauthausen an das Mauthausen Komitee
Österreich (MKÖ). Dieses Vermächtnis
verpflichtet das MKÖ, die Erinnerung
an die NS-Verbrechen mit einem
entschiedenen Auftreten gegen jede
Form von Rassismus und
Rechtsextremismus zu verbinden und auf
überparteilicher Grundlage das
antifaschistische Erbe von Mauthausen
zu wahren.
Im November 2009 verlieh die
Johannes-Kepler-Universität Linz Hans
Maršálek in Anerkennung seiner
Verdienste um die Aufarbeitung der
Geschichte des Konzentrationslagers
Mauthausen die Ehrendoktorwürde.
MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi sagte
damals: „Hans Maršálek ist nicht nur
ein großer Mann des Widerstandes gegen
den Nationalsozialismus, sondern auch
ein akribischer Chronist der in
Mauthausen begangenen NS-Verbrechen
sowie eine ganz aktive Persönlichkeit
im heutigen Kampf gegen
Rechtsextremismus. Er ist uns allen
ein Vorbild.“
Ein Vorbild bleibt Hans Maršálek auch
nach seinem Tod für alle, die in
Österreich seinen konsequenten Kampf
gegen das Vergessen und gegen den
Rechtsextremismus fortsetzen. Er wird
uns sehr fehlen.
Er ist seit vielen Jahren eine der
verlässlichsten Stützen der
antifaschistischen Bewegung in
Österreich und weit darüber hinaus:
Der Linzer Albert Langanke war
bis vor kurzem Generalsekretär des
Internationalen Mauthausen Komitees.
Bis heute engagiert er sich sowohl im
Vorstand dieses Komitees als auch auf
Bundes- und Landesebene des MKÖ. Der Elfriede-Grünberg-Preisträger
ist nun auch mit der
Otto-Bauer-Plakette des Bundes
Sozialdemokratischer
FreiheitskämpferInnen ausgezeichnet
worden. Wir gratulieren Albert
Langanke herzlich zu dieser verdienten
Würdigung!
Maly Trostinez in Weißrussland - das
"Auschwitz der Wiener Juden" (auch
die jüdischen Welserinnen Elfriede und
Ernestine Grünberg wurden dort
ermordet):
Das ÖVP-geführte Außenministerium
wusste schon 1946 von Kurt Waldheims
SA-Mitgliedschaft.
Die Enthüllungen rund um das braune
Terror-Netzwerk in Deutschland und
dessen Verbindungen sowohl zu Teilen
des Verfassungsschutzes als auch zur
NPD haben dazu geführt, dass eine
Mehrheit der Deutschen ein neues
Verbotsverfahren gegen die NPD
befürwortet. Laut ARD-trend wollen 52
Prozent ein solches Verfahren, nur
noch 42 Prozent lehnen es ab.
Wie steht es eigentlich um den
Einwand, ein Verbotsverfahren dränge
die Neonazi-Szene nur in den
unkontrollierbaren Untergrund? Dieser
Einwand ist mit Sicherheit falsch. Denn derzeit haben die
Rechtsextremisten beides: einerseits
eine legale Partei mit
Auftrittsmöglichkeiten, Mandaten,
Infrastruktur und millionenschwerer
staatlicher Förderung, andererseits
einen militanten Untergrund, der
selbst vor Serienmorden nicht
zurückschreckt. Beide Teile der
Szene wirken eng zusammen. Ein Verbot
der NPD wäre für die Neonazis ein
schwerer Rückschlag. Ob der braune
Untergrund kontrolliert werden kann,
hängt davon ab, ob die
Verfassungsschutzbeamten überzeugte,
engagierte Demokraten sind. Bisher
trifft das in vielen Fällen nicht
zu. Gerade tragische Ereignisse
provozieren oft bitterbösen Spott. Das
jüngste Titelblatt des Satiremagazins
"Titanic" ist ein Beispiel
dafür:
Verfassungsschutz und
"Nationalsozialistischer Untergrund"
in Deutschland
Die gängige Verharmlosung des
Rechtsextremismus und die Reduzierung
seines hohen Gewaltpotenzials auf
"irre Einzeltäter" wird künftig
wesentlich schwerer fallen.
In Deutschland ist die Terrorgruppe
"Nationalsozialistischer Untergrund"
(NSU) aufgeflogen, laut einem
Bekennervideo "ein Netzwerk von
Kameraden mit dem Grundsatz Taten
statt Worte". Am 4. November haben
sich Uwe Mundlos (38) und Uwe
Böhnhardt (34) der Verhaftung durch
Selbstmord entzogen. Ihre Komplizin
Beate Zschäpe (36), die mit ihnen fast
14 Jahre lang untergetaucht war, wurde
gefasst. Das Trio soll für folgende
Straftaten hauptverantwortlich
sein:
die Ermordung von neun türkisch- und
griechischstämmigen Männern in ganz
Deutschland während der Jahre 2000 bis
2006 (genannt "Döner-Morde"),
ein Bombenanschlag mit mehreren
Verletzten in einem Kölner
Einwandererviertel im Jahr 2004,
die Ermordung einer 22-jährigen
Polizistin und die lebensgefährliche
Verletzung ihres Kollegen in Heilbronn
im Jahr 2007,
sowie eine Reihe von
Banküberfällen.
Möglicherweise hat die Gruppe aber
noch andere Verbrechen begangen: In
Frage kommen mehrere Bomben- und
Brandanschläge, aber auch das
Messerattentat auf den Passauer
Polizeichef Alois Mannichl im Jahr
2008. Nach derzeitigem Erkenntnisstand
sollen dem Umfeld des NSU 12 bis 20
Personen angehört haben. Besonders erschütternd: Während
die Polizei nach den Tätern suchte,
die eine Blutspur durch Deutschland
zogen, wurden diese von Teilen des
Verfassungsschutzes gedeckt und
unterstützt! Bei einem der Morde -
2006 in einem Internet-Cafe in Kassel
- war nachweislich ein rechtsextrem
gesinnter Verfassungsschutzbeamter
(Spitzname "kleiner Adolf") anwesend.
Auch die falschen Papiere von Mundlos,
Böhnhardt und Zschäpe soll der
Verfassungsschutz ausgestellt haben.
Selbst der deutsche Innenminister
Hans-Peter Friedrich (CSU) spricht von
einem "kläglichen Versagen der
Behörden". Der Bundestag hat sich
gestern (22. November) für dieses
Versagen entschuldigt.
Geplant ist nun die lückenlose
Aufklärung der Verbrechen und ihrer
Hintergründe, eine deutschlandweite
Neonazi-Datei und ein "Abwehrzentrum
Rechts", das künftig die Aktivitäten
der verschiedenen Behörden gegen
rechtsextreme Verbrechen koordinieren
soll. Auch ein neues
NPD-Verbotsverfahren wird debattiert.
Vordringlich wäre wohl die Säuberung
des Verfassungsschutzes von allen
Sympathisanten der braunen Szene.
Sehr lesenswert: der
Artikel "Grenzüberschreitung" von
Christa Zöchling in der aktuellen
Ausgabe des Nachrichtenmagazins
"profil". Zöchling schildert, wie
Österreichs Neonazis im Schutz der FPÖ
agieren und wie eng ihre
Zusammenarbeit mit den deutschen
"Kameraden" ist. Auch "Stolz und
frei", die kürzlich ins Internet
gestellte Nachfolge-Homepage von
"Alpen-Donau.Info", kommt zur Sprache:
Auf "Stolz und frei" wird u.a. in
widerlichster Weise gegen Ariel
Muzicant, den Präsidenten der
Israelitischen Kultusgemeinde (IKG),
gehetzt.
Thomas Diesenreiter legte eine
verblüffende Kosten- Nutzenrechung für
die Linzer "Stadtwache" an, dasselbe
gilt wohl auch für die Welser
Variante: Leistungsanalyse der Stadtwache
Linz
Am 29. Jänner 2011 wurden drei
Jugendliche wegen ihrer afrikanischen
Herkunft nicht in die Welser Diskothek
"Fifty-Fifty" eingelassen.
Heinz Oppitz, der Anwalt der Welser
Antifa, übernahm kostenlos die
Vertretung der Diskriminierten. Nach
einem umfangreichen Verfahren hat die
Gleichbehandlungskommission jetzt
entschieden und den Jugendlichen
vollinhaltlich Recht gegeben. Die
"Fifty-Fifty"-Betreiber erhielten den
Auftrag, sich mit der Rechtslage
vertraut zu machen, entsprechende
betriebliche Strukturen zu schaffen
und einen "wirksamen und
abschreckenden Schadenersatz" zu
leisten. Weil der Anwalt der
Gastronomen erklärt hat, seine
Mandanten würden keinen Schadenersatz
zahlen, beabsichtigt Heinz Oppitz vor
Gericht zu gehen. Wegen der
eindeutigen Entscheidung der
Gleichbehandlungskommission hat er
dort gute Karten.
Auf dem Friedhof von Leonding, der
der katholischen Kirche gehört, gibt
es noch immer das Grab von Adolf
Hitlers Eltern Alois und Klara.
Das wäre an sich kein Problem, würde
dieses Grab nicht immer wieder als
Kultstätte rechtsextremer Kreise
dienen. So fand sich nach
Allerheiligen eine Vase mit der
Aufschrift "Unvergesslich", bei der
die Buchstaben SS hervorgehoben waren.
Schon die Erhaltung des Grabes (die
von einem namentlich nicht bekannten
Welser Rechtsanwalt finanziert wird)
kann keineswegs durch persönliche
Verbundenheit mit den Verstorbenen
erklärt werden: Alois Hitler starb
1903, Klara Hitler 1907. Offenkundig
geht es also um die Würdigung des
"Führers".
Auf Facebook wurden mehr als 10.000
UnterstützerInnen rechtsextremer
Parteien in elf Ländern nach ihren
Motiven befragt. Unter dem Titel
"Islamfeindlichkeit gemeinsamer
Nenner" berichtet der ORF über die
interessanten Ergebnisse dieser
Umfrage!
Spiegelbericht über Hintergründe eines
neonazistischen Anschlages im Jahre
1980
Am 26. September 1980 kam es zum
blutigsten Terroranschlag in der
Geschichte der Bundesrepublik
Deutschland: Auf dem Münchner
Oktoberfest explodierte eine Bombe,
die 13 Menschen tötete und über 200
verletzte. Als Schuldiger an diesem
vielfachen Mord wurde der 21-jährige
Student Gundolf Köhler aus
Donaueschingen (Baden-Württemberg)
bekannt, der unter den Toten war.
Obwohl es bald Informationen über
Verbindungen Köhlers zur
rechtsextremen Szene gab, erklärten
die deutschen Behörden, er sei ein
"verwirrter Alleintäter" gewesen.
Diese offizielle These galt drei
Jahrzehnte lang.
Jetzt konnte das Nachrichtenmagazin
"Der Spiegel" die gesamten
Ermittlungsakten und andere Dokumente
zum Fall auswerten - insgesamt rund
46.000 Seiten. Die Resultate sind
erschütternd: Köhler war ein
überzeugter Neonazi, der über seinem
Bett ein Hitler-Bild hängen hatte. "Er
befürwortete die Vernichtung der Juden
und Kommunisten im Dritten Reich", gab
einer seiner Freunde der Polizei zu
Protokoll. Mehrere Behörden Bayerns
und des Bundes wussten schon vor dem
Attentat von Köhlers braunen
Aktivitäten: Er hatte Kontakte zur NPD
und war Mitglied der "Wiking-Jugend"
sowie der paramilitärischen
"Wehrsportgruppe Hoffmann". Der
Verfassungsschutz unternahm trotz
schwerwiegender Hinweise nichts.
Nach dem Anschlag wurden die
rechtsextremen Bezüge gezielt
vertuscht: Beweismittel wie die
Bombenreste wurden noch in der
Tatnacht entfernt, Zeugen nur
unzureichend befragt, wichtige Spuren
nicht verfolgt. In ihren
"Schlussvermerken" spielten die
Bundesanwaltschaft und das bayerische
Landeskriminalamt Köhlers NS-Gesinnung
herunter. Dabei hatte selbst sein
Bruder Hermann ausgesagt, er habe
einen "gewaltsamen Umsturz" gewollt,
danach werde "das Volk nach einem
Führer schreien".
Offensichtlich handelte Gundolf Köhler
nicht allein, sondern als Teil eines
losen rechtsextremen Terrornetzwerks,
das in den Jahren um 1980 immer wieder
zuschlug: in Hamburg, Nürnberg,
Esslingen und Antwerpen. Nur acht
Wochen vor dem Blutbad auf dem
Oktoberfest hatten italienische
Neofaschisten den Bahnhof von Bologna
ebenfalls mit einer Bombe verwüstet -
85 Menschen kamen ums Leben, 200
wurden verletzt.
Laut "Spiegel" war der Hauptgrund für
die Vertuschung der wahren
Zusammenhänge, dass die rechtsextreme
Szene gute Beziehungen zum damaligen
bayerischen Ministerpräsidenten Franz
Josef Strauß und anderen
CSU-Politikern hatte. Auf gemeinsamen
Südafrika-Reisen zeigten Neonazis und
Strauß-Anhänger ihre Solidarität mit
dem Apartheid-Regime und diskutierten,
wie die "rote Gefahr" am besten zu
besiegen sei. "Mit Hilfstruppen darf
man nicht zimperlich sein", meinte
Strauß über seine braunen
Verbündeten.
Durch die "Alleintäter"-Lüge konnten
Köhlers Gesinnungsfreunde einfach
weitermachen: Keine drei Wochen nach
dem Oktoberfest-Drama wurden in
Erlangen der jüdische Verleger Shlomo
Levin und seine Lebensgefährtin
ermordet. Levin hatte eine kritische
Reportage über die "Wehrsportgruppe
Hoffmann" veröffentlicht. Als Täter
verdächtigte die Polizei einen
Bekannten Köhlers aus Tübingen: Uwe
Behrendt. Doch der flüchtete und wurde
einige Monate später im Libanon unter
ungeklärten Umständen erschossen
aufgefunden.
Im Fernsehprogramm sind immer
wieder gute bis ausgezeichnete
Dokumentationen, aber auch Spielfilme
über die NS-Zeit zu finden.
Besonders empfehlenswert ist die
kürzlich von ARTE ausgestrahlte Serie
"Schattenkampf - Europas Résistance
gegen die Nazis". Die letzten beiden
Folgen (die auch ohne die
vorhergehenden verständlich sind)
können noch im Internet
angesehen werden.
Mit Vorsicht genießen sollte man
dagegen den Spielfilm "Operation
Walküre - Das Stauffenberg-Attentat",
der am kommenden Dienstag, dem 1.
November (Allerheiligen), um 20.15 Uhr
auf ORF 1 und ZDF läuft. Als der
Streifen 2009 in die deutschsprachigen
Kinos kam, hat Dr. Robert Eiter ihn so
kommentiert: Der Hollywood-Film "Operation
Walküre" schildert das gescheiterte
Attentat, das am 20. Juli 1944 von
adeligen Wehrmachtsoffizieren auf
Adolf Hitler verübt wurde. Tom Cruise
spielt Claus Schenk Graf von
Stauffenberg (1907 - 1944), der
versuchte, Hitler mit einer Bombe zu
töten und das NS-Regime zu stürzen.
Wer sich den Film ansieht, sollte
allerdings wissen, dass es darin um
Action und nicht um historische Fakten
geht. Vor allem wird Stauffenberg als
fehlerfreier Übermensch dargestellt.
Die Wahrheit ist schwieriger:
Stauffenberg war ein konservativer
Nationalist, der lange mit dem
Nationalsozialismus sympathisierte und
das Regime auch für eine steile
Karriere in der Wehrmacht nutzen
wollte. Nach dem Überfall auf Polen im
September 1939 schrieb er seiner Frau:
"Die Bevölkerung ist ein unglaublicher
Pöbel, sehr viele Juden, sehr viel
Mischvolk. Ein Volk, das sich sicher
nur unter der Knute wohlfühlt." Erst
durch die Massenmorde und die
Aussichtslosigkeit der Kriegslage fand
Stauffenberg zum militärischen
Widerstand. Manche seiner
Mitverschwörer - wie Henning von
Tresckow (1901 - 1944) - hatten sich
schon vor dem Weltkrieg
oppositionellen Kreisen
angeschlossen.
Diese Hinweise sind nicht dazu
gedacht, Stauffenbergs Mut und
Tatkraft posthum zu schmälern. Hätte
er Erfolg gehabt, wäre das
millionenfache Sterben der letzten
Kriegsmonate verhindert worden. Aus
der Geschichte lässt sich aber nur
dann lernen, wenn sie nicht
schöngefärbt und glattgebügelt wird.
Es geht nicht an, dass der späte
militärische Widerstand gerade in
Deutschland (und nun auch durch
Hollywood) zum demokratischen Vorbild
verklärt wird, während der Widerstand
der Arbeiterbewegung bestenfalls am
Rande erwähnt wird. Dabei leisteten
schon seit 1933 Tausende
KommunistInnen und SozialdemokratInnen
- trotz des Versagens ihrer
Parteiführungen - Widerstand gegen das
NS-Regime und mussten dafür oft genug
mit dem Leben bezahlen."
Eine vergleichende Untersuchung in 16
westeuropäischen Ländern hat ergeben,
dass die ÖsterreicherInnen vorne
liegen, was Fremdenfeindlichkeit
und schwindendes Vertrauen in die
Leistungsfähigkeit der Demokratie
betrifft. Ein erschreckender, aber
nicht wirklich überraschender Befund.
Nähere Informationen dazu im heutigen
"Standard"!
Die aus dem Kosovo stammende
Familie Hasani lebt seit sieben Jahren
in Österreich, den größten Teil
dieser Zeit in Neufelden. Sie ist
bestens integriert; die vier
schulpflichtigen Kinder wachsen
praktisch deutschsprachig auf.
Trotzdem soll die Familie jetzt
abgeschoben werden. Gegen diese
Unmenschlichkeit formiert sich in
Neufelden breiter Protest, an dessen
Spitze die LehrerInnen der Volksschule
stehen. Bitte unterstützt die Forderung
nach einem humanitären Bleiberecht für
Familie Hasani unter
http://hasanissollenbleiben.blogspot.com
und leitet diesen Link auch weiter!
Vielen Dank!
Am Donnerstag, dem 20. Oktober,
strahlt Ö1 um 21.00 Uhr ein
Gespräch mit dem französischen
Holocaust-Überlebenden und
Widerstandskämpfer Stéphane Hessel
aus. Der 93-Jährige hat die
international erfolgreichen Bücher
"Empört Euch!" und "Engagiert
Euch!" geschrieben. Ö1 gehört
gehört!
Die Rechtsextremisten Günther
Altmann (33) und Stefan Messner (17)
wurden vom Oberlandesgericht Linz
wegen falscher Beweisaussage und
Verleumdung rechtskräftig zu bedingten
Freiheitsstrafen (fünf Monate und zehn
Wochen) verurteilt.
Am 16. Oktober 2010 hatten Altmann und
Messner während der "Politischen
Akademie" der rechtsextremen AFP in
Offenhausen vorzutäuschen versucht,
dass der zur Beobachtung anwesende
Antifaschist Markus Rachbauer
(infoladen Wels) mit seinem Auto
Messner angefahren und verletzt habe.
Sie erstatteten Anzeige gegen
Rachbauer. Der Welser Antifa-Anwalt
Heinz Oppitz übernahm kostenlos die
Vertretung des Beschuldigten. Er wies
mit Hilfe von
Sachverständigengutachten nach, dass
Messner weder angefahren noch verletzt
worden war. Nach Einstellung des
Strafverfahrens gegen Rachbauer wurden
die beiden Rechtsextremisten
angezeigt. Im Juni verurteilte sie das
Landesgericht Steyr, eine
Entscheidung, die das
Oberlandesgericht Linz jetzt
vollinhaltlich bestätigte (siehe
oben).
Am 6. Oktober 2011 wurde darüber
berichtet, dass der bekannte deutsche
Rechtsextremist Marcus Bauer
Artikel für die
katholisch-fundamentalistische
Internetplattform kath.net mit Sitz in
Linz verfasst hat. Vor allem gegen
den Islam und "das Fremde" durfte
Bauer auf kath.net hetzen.
Dass er in Deutschland Führer der
"nationalrevolutionären" Gruppe
"Politische Offensive" war, für die
"Republikaner" in den Kölner Stadtrat
einzog und wegen seiner
demokratiefeindlichen Aktivitäten vom
Verfassungsschutz beobachtet wurde,
will kath.net-Chefredakteur Roland Noè
nicht gewusst haben. Die "romtreue"
Internetplattform löschte die Artikel
Bauers. Trotzdem war seine Tätigkeit
für kath.net wohl kein Zufall, wie der
Dechant der katholischen Kirche in
Wels, Slawomir Dadas, festgestellt
hat: Fundamentalisten verschiedener
Ausrichtung würden sich oft in ihren
Feindbildern treffen.
Der im September 2011
veröffentlichte Sicherheitsbericht des
Innenministeriums erbringt den
Beweis: Rechtsextreme Straftaten
nehmen weiter stark zu. Insgesamt 580
rechtsextreme und fremdenfeindliche
Delikte wurde 2010 angezeigt. Das
bedeutet eine Steigerung von 28
Prozent gegenüber 2009! Der
Bundesvorsitzende des Mauthausen
Komitees Österreich (MKÖ), Willi
Mernyi, sieht trotzdem einen positiven
Aspekt: "Die vielen Anzeigen bedeuten
auch, dass es immer mehr Menschen
gibt, die sensibel auf
Rechtsextremismus reagieren und
Zivilcourage zeigen, indem sie die
Vorfälle zur Anzeige bringen."
Am 1. Oktober 2011 trafen sich die
Delegierten von üner sechzig
Organisationen zum zehnten Mal zum
Antifa-Netzwerktreffen, Siehe
Näheres unter
Berichte!
Die Journalistengewerkschaft in der
GPA-djp hat eine ausgezeichnete
Petition gegen die autoritäre
Entwicklung in Ungarn formuliert:
"SOS Ungarn - Gefahr für
Meinungsfreiheit, Demokratie und
Gewerkschaften". Sie soll von
möglichst vielen Personen unterstützt
und an die österreichische
Bundesregierung gerichtet werden.
Bitte nehmt Euch drei Minuten Zeit und
unterstützt die Petition "SOS Ungarn"
mit Eurer Unterschrift:
http://gpa-djp/pressefreiheit !
Bis 30.9. haben mehr als 800 Menschen
unterschrieben.
.. so nennt das Nachrichtenmagazin
"profil" die Mediengruppe des Welser
Unternehmers Helmut Moser. Zuerst
war aufgedeckt worden war, dass bei
Mosers Monatsillustrierter "Wels im
Bild" der fanatische Neonazi-Führer
Andreas Thierry (40) unter falschem
Namen als Journalist gearbeitet hatte.
Dann wurde bekannt, dass insgesamt
vier weitere hochgradige
Rechtsextremisten in der Mediengruppe
angestellt waren oder noch sind:
Jürgen Maria Lipthay und Günter
Reinthaler (beide früher VAPO,
Letzterer nicht zu verwechseln mit dem
Welser "Bunte"-Chef Ludwig Reinthaler)
sowie Rene Hönig und Stefan Magnet
(beide früher BFJ und nach wie vor in
Mosers Diensten).
Ein Sprecher von Verteidigungsminister
Norbert Darabos meinte zum "Standard",
Moser beschäftige die "Creme de la
Creme der Neonazi-Szene". Dem
Vernehmen nach will sowohl das
Verteidigungsministerium als auch die
Stadt Wels mit ihren Unternehmen
sämtliche Geschäftsbeziehungen zu
Moser beenden.. Das ist auch die
einzig richtige Entscheidung, denn
Neonazi-Unterstützer dürfen keinen
Cent aus öffentlichen Mitteln
erhalten.
Bezeichnenderweise droht Moser jetzt,
er werde den Welser Bürgermeister
Peter Koits zum Rücktritt auffordern
und irgendwelche "Enthüllungsfotos"
veröffentlichen.
Ein Paukenschlag in Wels: am
9.9.2011 berichten mehrere
Medien darüber, dass der seit
einigen Monaten bei der
Monatsillustrierten "Wels im Bild"
tätige Journalist Andreas Reichl in
Wahrheit der fanatische Neonazi-Führer
und langjährige NPD-Chefideologe
Andreas Thierry (40) ist. Thierry, ein gebürtiger Kärntner,
hat bereits mehr als 20 Jahre
Aktivität in der braunen Szene hinter
sich. 1994 wurde er von einem
Klagenfurter Geschworenengericht wegen
NS-Wiederbetätigung verurteilt. Ein
Jahr später ging er nach Deutschland
und machte dort Karriere bei der NPD.
1999 wurde er Chefideologe der Partei
("Amt für weltanschauliche
Schulungen"), 2007 zog er in den
Bundesparteivorstand ein. Thierry
stand sogar in der NPD am äußersten
rechten Rand. Zitat: "Alles andere als
die Wiederherstellung des Deutschen
Reiches ist nationaler Verrat!" Als
"Hauptschriftleiter" des Blattes "Volk
in Bewegung" entwickelte er die
Verschwörungstheorie, dass die
rechtsextremen Parteien Europas von
jüdischen Hintermännern gelenkt oder
doch beeinflusst seien
("Israel-Connection"). Weil Thierry
2010 einen Richtungsstreit in der NPD
verlor, trat er aus der Partei auf und
verschwand von der Bildfläche. Jetzt
ist seine Tarnung in Wels aufgeflogen:
Er musste den Schreibtisch räumen und
geht angeblich nach Wien. Zwei frühere Führungskader des
rechtsextremen "Bundes Freier Jugend"
(BFJ) arbeiten auch weiterhin für die
Mediengruppe von Helmut Moser, zu
der "Wels im Bild" gehört: Stefan
Magnet und Rene Hönig. Ebenfalls
bezeichnend ist ein Neuzugang: Seit
einigen Monaten macht Magalie Berghahn
Fernsehinterviews für Moser. Zuvor
wollte Berghahn "Austria's next
Top-Model" werden. Sie flog aber aus
der Sendung, weil sie eine
dunkelhäutige Rivalin als "Neger-Oide"
beschimpft und ihr empfohlen hatte,
doch in Afrika anzutreten … In "Wels
im Bild" wurde heuer schon gegen
Türken und Roma gehetzt.
Brisant sind alle diese Tatsachen auch
deshalb, weil sich Mosers Mediengruppe
zu einem beträchtlichen Teil durch
Geschäftsbeziehungen zu öffentlichen
Einrichtungen und Unternehmen
finanziert. Beispielsweise ist das
Heeresmagazin "Einsatz" von Mitteln
des Verteidigungsministeriums
abhängig. Die Stadt Wels und ihre
Unternehmen (Stadtmarketing,
Heimstätte, E-Werk, Messe) schalten
immer wieder teure Inserate in den
Medien des Unternehmens.
Von den aktuellen rechtsextremen
Umtrieben in Mosers Mediengruppe haben
Verteidigungsminister Norbert Darabos
und der Welser Bürgermeister Peter
Koits nichts gewusst. Beide sind
überzeugte Antifaschisten. Sie werden
wohl keine Geschäfte mehr mit einem
Unternehmen dulden, das einen
hochgradigen Neonazi versteckt und als
Journalisten beschäftigt.
Wie am 8. September 2011 bekannt
wurde, hat das Oberlandesgericht Wien
den berüchtigten Holocaust-Leugner
Gerd Honsik (69) auf Bewährung
freigelassen. Er musste nur ein
Drittel der über ihn verhängten
Freiheitsstrafen (vier plus zwei
Jahre) verbüßen! Als Gründe für die
frühe Freilassung werden Honsiks
"hohes Alter" und die "gute soziale
Integration" an seinem Wohnsitz in
Spanien genannt.
Fadenscheiniger geht es nicht: Denn
die "gute soziale Integration" hat
Honsik jahrelang nicht daran
gehindert, von Spanien aus übelste
antisemitische Hetzpropaganda zu
verbreiten. Und von "hohem Alter" kann
heute mit 69 wohl kaum mehr die Rede
sein. Zum Vergleich:
BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner
saß fünf Jahre in Haft und bekam trotz
einer schweren Herzkrankheit erst als
76-Jähriger Haftverschonung. Das
Simon-Wiesenthal-Center dürfte mit
seiner kürzlich getroffenen
Feststellung, Österreich sei ein
"Paradies für Nazis", leider recht
haben.
Oberösterreichs blauer Landesobmann
Manfred Haimbuchner hat in seiner
Partei nicht nur mit den Linzern
Probleme, die noch rechtsextremer sind
als er und an seinem Sessel sägen.
Jetzt wurde der FPÖ-Bürgermeister
seiner Heimatgemeinde Steinhaus bei
Wels, Harald Piritsch, wegen
Amtsmissbrauch angeklagt.
Piritsch, gleichzeitig Ortschef und
Gemeindeamtsleiter, soll in zwei
Fällen wissentlich verabsäumt haben,
nicht bewilligte Bauvorhaben zu
stoppen. Viele GemeindebürgerInnen
stoßen sich an seiner Machtausübung.
"Das ist Diktatur", sagte einer von
ihnen zur Zeitung "Österreich". Auch
ein Kontrollbericht des Landes übt
scharfe Kritik an Piritsch. Im Herbst
soll sich der FPÖ-Bürgermeister vor
Gericht verantworten. Bei einer
Verurteilung dürfte es Haimbuchner
schwerfallen, sich zu distanzieren: Er
sitzt im Gemeinderat und ist sogar
Fraktionsobmann der Steinhauser
Freiheitlichen.
Albert Göring (1895 - 1966) war der
Bruder von Hitlers "Reichsmarschall"
Hermann Göring - und ein höchst
aktiver Gegner des NS-Regimes. 34
Verfolgten rettete er das Leben,
darunter der jüdischen Frau des
Komponisten Franz Lehár und dem
"Erzherzog" Joseph Ferdinand
Habsburg-Lothringen. In der aktuellen
Ausgabe des "profil" findet sich ein
äußerst lesenswerter
Artikel über Albert Göring, der in
Österreich lebte.
Die Staatsanwaltschaft Linz will -
zwei Jahre nach der Anzeige durch die
Landeswahlbehörde! - endlich führende
Funktionäre der "Nationalen
Volkspartei" (NVP) wegen
NS-Wiederbetätigung anklagen.
Konkret handelt es sich um den
"Generalsekretär" der NVP, Robert
Faller, und um ihren "Jugendleiter"
Stephan Ruprechtsberger. Rechtskräftig
ist die Anklage allerdings noch nicht:
Die beiden Rechtsextremen können
Einspruch erheben. Wenn das
Oberlandesgericht Linz diesen ablehnt
(was zu erwarten ist), kann die
Hauptverhandlung anberaumt werden.
Ohne den ständigen Druck der
antifaschistischen Bewegung wäre es
wohl nicht so weit gekommen.
Die NVP hat übrigens einen neuen
Bundesvorsitzenden: Kürzlich wurde der
pensionierte Ministerialrat Günter
Rehak (71) einstimmig gewählt. Rehak
war ursprünglich Sozialdemokrat, hat
sich aber schon vor vielen Jahren zum
überzeugten Rechtsextremen entwickelt.
U.a. wollte er den Holocaust-Leugner
Gerd Honsik mit einem "Gutachten"
entlasten. Seit 2007 sitzt Rehak im
"wissenschaftlichen Beirat" der
neonazistischen Zeitschrift "Volk in
Bewegung". Grund der Neuwahl ist
sicher die Tatsache, dass sich der
bisherige NVP-Bundesvorsitzende
Christian Hayer (54) vor dem
Landesgericht Wiener Neustadt wegen
NS-Wiederbetätigung, schwerer
Sachbeschädigung und Besitz verbotener
Waffen verantworten muss. Ziel des oö Antifa-Netzwerks ist
und bleibt das Verbot der NVP!
Die SPÖ Oberösterreich hat auf die
Anklagen gegen die beiden
NVP-Funktionäre Faller und
Ruprechtsberger rasch reagiert: In
einer Presseaussendung fordert sie den
Welser FPÖ-Vizebürgermeister Bernhard
Wieser zum Rücktritt auf. Dieser
hatte die NVP im Juli 2009 mit seiner
Unterschrift bei ihrer (dann
verbotenen) Wahlkandidatur unterstützt
- zu einem Zeitpunkt, als längst
bekannt war, dass ein Teil des
NVP-Programms wörtlich aus einem
SS-Schulungstext stammt. "Spätestens
jetzt muss es eine
Selbstverständlichkeit sein, dass
Wieser den Hut nimmt", sagt
SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian
Horner. "Der FPÖ gelingt es nicht und
nicht, eine Trennlinie zu den
Ewiggestrigen zu ziehen."
Die Freiheitlichen sind ständig
dabei, zu beweisen, wes Geistes Kinder
sie sind: FPÖ-Bundesobmann HC
Strache wurde nicht nur als
Administrator einer Facebook-Seite
bekannt, auf der zum "Abschlachten von
Muslimen" aufgerufen wurde. Auch auf
seiner ganz persönlichen
Facebook-Seite waren viele Tage lang
(nach dem Massaker in Norwegen)
übelste Gewalt-Postings zu lesen:
"Hoch oben auf die laterne solen sie
hängen diese scheiss wichser" schrieb
etwa Strache-Fan Gerald K. über
missliebige Kulturschaffende
(Orthographie natürlich im Original).
Und Strache-Fan Thomas M. meinte,
Muslime sollten "sich schleicha sunst
weans daschossn".
Der Klagenfurter Richter, der den
Kärntner Blauen-Chef Uwe Scheuch wegen
Korruption in erster Instanz zu sechs
Monaten Haft verurteilt hatte, wurde
von Scheuch-Anhängern öffentlich
bedroht und verflucht. Die Liste ließe
sich fortsetzen. Bundespräsident Heinz Fischer,
sonst äußerst zurückhaltend, fand
klare Worte zur FPÖ: "Die Grenzen
dessen, was politische Kultur und
Rechtsstaat ausmacht, sind eindeutig
überschritten." Auch die Zeitungskommentare fielen
für die Freiheitlichen vernichtend
aus. Linke und bürgerliche
Journalisten sind sich einig:
"Die FPÖ streift nicht am rechten Rand
an. Sie ist der rechte Rand." Michael
Völker, "Der Standard"
"Eine Partei, die auf Hetze
spezialisiert ist, beansprucht den
Verfolgtenstatus." Sven Gächter,
"profil"
"Ihre Unfähigkeit für eine kompetente
und saubere Politik hat diese Partei
in der schwarz-blauen Koalition
bewiesen." Peter Rabl, "Kurier" Trotzdem schließt die ÖVP eine
Koalition mit der Strache-FPÖ nicht
aus. Und auch in der SPÖ können sich
das manche noch immer vorstellen.
Einfach köstlich: Die deutsche
Organisation EXIT hat dem
Neonazi-Festival "Rock für
Deutschland", das in Gera (Thüringen)
stattfand, eine Ladung präparierter
T-Shirts untergeschoben. 250
braune Recken freuten sich über die
kostenlosen Leiberl mit einem
Totenkopf und der Aufschrift
"Hardcore-Rebell - National und Frei".
Doch mit dem ersten Waschen verschwand
die Aufschrift und machte einer ganz
anderen Platz: "Was dein T-Shirt kann,
kannst Du auch. Wir helfen dir, dich
vom Rechtsextremismus zu lösen. EXIT"
Ganz Deutschland lachte. Das Motiv ist
freilich ein durchaus ernsthaftes:
"Wir wollen mit der Aktion junge und
noch nicht so gefestigte Rechtsextreme
ansprechen", sagt EXIT-Gründer Bernd
Wagner. T-Shirt vor und nach der
Wäsche:
Arno Lustiger - Rettungswiderstand.
Über die Judenretter in Europa während
der NS-Zeit" Wallstein Verlag,
Göttingen, 464 Seiten, 29,90 Euro Wenn ein Freier angekündigt war,
musste Hedwig Porschütz ihre
heimlichen Mitbewohnerinnen aus der
Eineinhalb-Zimmer-Wohnung in der
Berliner Alexanderstraße
hinausschicken. Vom Geld, das sie als
Prostituierte verdiente, kaufte sie
auf dem Schwarzmarkt Essen für ihre
Schützlinge. Es handelte sich um
verfolgte Jüdinnen. Im Juni 1944 flog
das Versteck auf, Porschütz kam in ein
Arbeitslager. Sie überlebte, doch die
Demütigungen waren damit nicht zu
Ende. Nach dem Krieg verwehrte ihr der
Berliner Senat eine Ehrung als
Lebensretterin - wegen ihrer
"unzüchtigen Vergangenheit". 1977
starb Porschütz in Armut. Erst seit
kurzem erinnert eine Gedenktafel an
sie.
In Italien pendelte der Radrennfahrer
Gino Bartali, Sieger des Giro d'Italia
und der Tour de France, als Kurier
zwischen verschiedenen Gruppen von
JudenretterInnen hin und her. Als
Vorwand diente ihm sein
Trainingspensum.
Auf der griechischen Insel Zakynthos
überlebte die gesamte jüdische
Gemeinde, weil sich der Bürgermeister
weigerte, für die deutschen Besatzer
eine Liste mit den Namen der
Verfolgten zu erstellen. Statt dessen
setzte er auf die Liste seinen eigenen
Namen und den des orthodoxen
Erzbischofs, der ebenfalls gegen die
nationalsozialistische "Judenpolitik"
protestierte.
Drei Beispiele von mehr als 200 aus
über 30 Ländern, die der Historiker
und Holocaust-Überlebende Arno
Lustiger (87) in seinem
"Rettungswiderstand" schildert. Zu
JudenretterInnen wurden einfache Leute
ebenso wie Professoren, Bauern wie
Diplomaten, Nonnen wie Industrielle.
Viele gaben später an, sie hätten doch
nur das Selbstverständliche getan. Oft
hatten sie mit ihren Rettungsaktionen
Erfolg. Nach dem Krieg wurden sie
nicht selten angefeindet - und zwar
nicht nur in Deutschland und
Österreich, den Täterländern, sondern
auch in neutralen oder von
Hitler-Deutschland überfallenen
Staaten. Die große Mehrheit der
Opportunisten, Wegschauer, Mitläufer
und Kollaborateure wollte keinesfalls
akzeptieren, dass es auch andere
Möglichkeiten des Handeln gegeben
hatte. "Verschmähte Helden" nennt
deshalb das Nachrichtenmagazin "Der
Spiegel" die JudenretterInnen. In den
letzten zwei Jahrzehnten werden diese
mutigen Menschen aber mehr und mehr
gewürdigt. Das Buch ist jedenfalls
äußerst empfehlenswert!
Die FPÖ kann jetzt eine neue Parole
plakatieren: "Unsere Häfn für unsere
Leut!" Denn der Chef der Kärntner
Blauen, Uwe Scheuch, ist am 2.8.2011
vom Landesgericht Klagenfurt wegen
Korruption zu einer Haftstrafe von 18
Monaten - davon sechs unbedingt -
verurteilt worden. Scheuch beruft
natürlich, das Urteil ist also noch
nicht rechtskräftig. Doch die
angebliche Saubermann-Partei, deren
PolitikerInnen schon bisher viele
Vorstrafen gesammelt haben, tobt vor
Empörung. Ganz in Berlusconi-Manier
spricht etwa HC Strache von einer
"Politjustiz der übelsten Sorte".
Sogar "erster politischer Gefangener
Österreichs" (!) wird Scheuch von
Parteifreunden genannt.
Der "Standard"-Journalist Hans
Rauscher bemerkt zur FPÖ: "Gnade
uns Gott, wenn diese Leute je
Gelegenheit bekommen, ihre perverse
Haltung zum Rechtsstaat in einer
Regierung auszuleben." Ob das auch
alle Verantwortlichen in ÖVP und SPÖ
begreifen?
FPÖ-Notstand:
Strache schmeißt Königshofer aus der
Partei
Der Tiroler
FPÖ-Nationalratsabgeordnete Werner
Königshofer fällt schon seit
längerer Zeit durch seine Hasstiraden
("Landtagsschwuchtel", "Kanake" etc.)
auf. Der Linzer Datenforensiker Uwe
Sailer konnte zuletzt nachweisen, dass
Königshofer in Kontakt zur
Neonazi-Homepage "Alpen-Donau.Info"
steht. Die blaue Parteispitze hat
Königshofer immer verteidigt.
Durch die rechtsextremen Anschläge in
Norwegen sind die Freiheitlichen, die
der Attentäter Breivik in seinem
Internet-Manifest als "Brüder"
bezeichnet, aber unter massiven
öffentlichen Druck geraten. Das hat
Königshofer unterschätzt: Er hetzte
weiter, verharmloste die Anschläge und
verglich die Opfer mit abgetriebenen
Embryos. Am 28. Juli warf FPÖ-Bundesobmann
HC Strache Königshofer aus der
Partei (rechtlich übrigens
interessant: ohne Beschluss eines
Parteigremiums und ohne Entscheidung
eines Schiedsgerichts). Sicher nicht,
weil Strache mit den Inhalten des
Tiroler Abgeordneten wirklich ein
Problem hätte. Sondern weil er jetzt
ein Bauernopfer braucht, um bald
wieder zur Tagesordnung übergehen zu
können. Wie schrieb der
"Standard"-Journalist Hans Rauscher so
richtig: "Hetze ist das tägliche Brot
der FPÖ." ÖVP-Bundesobmann und
Vizekanzler Michael Spindelegger kann
sich trotzdem nicht dazu durchringen,
eine künftige Koalition mit der
Strache-FPÖ auszuschließen.
Am 19. Juli war der 85-jährige
Holocaust-Überlebende und
Widerstandskämpfer Jonny Moser von
Staatssekretär Josef Ostermayer mit
dem Bundes-Ehrenzeichen gewürdigt
worden.
Nur wenige Tage danach, am 23.
Juli, ist Jonny Moser leider
verstorben. Der gebürtige Burgenländer war
1944 in Budapest die rechte Hand des
schwedischen Gesandten Raoul
Wallenberg, dem er half, Tausende
Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung
zu retten. Jonny Moser war bis zuletzt
als Antifaschist, Historiker und
Zeitzeuge aktiv. Oft ging er - etwa in
Wels - in Schulen, um Jugendliche über
die NS-Verbrechen aufzuklären. Er fand
außergewöhnliches Interesse. Bei
Großen Antifa-Netzwerk-Treffen 2010
hielt er das Hauptreferat.
Jonny Moser wird uns sehr fehlen. Wir
werden ihn als klugen, mutigen,
engagierten, humorvollen und besonders
liebenswerten Menschen in Erinnerung
behalten!
Am Morzinplatz in Wien befand
sich von 1938 bis 1945 im damaligen
Hotel "Metropole" der Amtssitz der
Gestapo-Leitstelle Wien. Viele
NS-Gegner wurden dort gefoltert und
ermordet. Im Leopold-Figl-Hof, der an
dieser Stelle entstand, ist seit 1968
eine Gedenkstätte eingerichtet.
Diese Gedenkstätte wurde vor kurzem
umfassend renoviert und um eine
Ausstellung über die Opfer und Täter
des braunen Terrorinstruments Gestapo
(Geheime Staatspolizei) ergänzt. Jeder Antifaschist und jede
Antifaschistin sollte diese
Gedenkstätte (Wien, Salztorgasse 6)
besuchen. Geöffnet ist sie (ab 1.
August) jeden Montag und Dienstag von
10.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis
17.00 Uhr sowie auf Anfrage beim DÖW
(unter 01/2289469 - 319 oder unter
office@doew.at
). Auf Anfrage sind auch Führungen
möglich. Der Eintritt ist frei.
Näheres unter
http://www.doew.at/frames.php?/gestapo-opfer/gedenkstaette.html
!
Im deutschen
Verfassungsschutzbericht 2010 wird im
Kapitel "Rechtsextremismus" die FPÖ
mehrfach genannt. Hingewiesen wird
auf die immer stärkere Vernetzung
rechtsextremer Parteien in Europa, bei
der die FPÖ eine wichtige Rolle
spielt. Vor allem zum Feindbild Islam
gebe es zahlreiche Kooperationen, so
der Bericht.
Die STANDARD-Journalistin Colette M.
Schmidt schreibt dazu in einem
Kommentar: "Man weiß, dass die FPÖ, in
der fast nur mehr deutschnationale
Burschenschafter Karriere machen,
immer weiter nach rechts gerückt ist.
Man kennt die Berührungspunkte zur
illegalen Szene, sei es in den
Jugendorganisationen oder durch
"unerklärlichen" E-Mail-Verkehr mit
Hardcore-Nazis, die im Internet mit
Gewalt drohen. Und genau diese
Neonazis, die gemeinsam mit Kameraden
in Ungarn und Deutschland "ausgebildet
werden", finden in der FPÖ und ihren
vom Steuerzahler subventionierten
Strukturen eine praktikable
Drehscheibe. Da wird schon lange nicht
mehr nur Paintball gespielt, sondern
für den "Tag Null" geprobt. Den
österreichischen Verfassungsschützern
war die Rolle der blauen Mittelsmänner
hingegen noch keine Erwähnung
wert."
4) Am Wochenende kam es in Wels zu
einer brutalen Attacke mit
rechtsextremem Hintergrund: Drei
Männer und eine Frau, die
wahrscheinlich einer
Skinhead-Gruppe aus dem
Stadtteil Vogelweide angehören, haben
in der Altstadt auf insgesamt
sieben Personen mit Fäusten und Füßen
eingeschlagen. Drei Betroffene
wurden schwer verletzt. Augenzeugen
berichten, dass die Schläger ihre
Opfer als "linke Zecken" beschimpften
und mit dem Umbringen bedrohten. Ein
Täter trug ein T-Shirt der verbotenen
Neonazi-Band "Landser".
"Wir können vorerst keinen
rechtsextremen Hintergrund bestätigen,
das wäre unseriös", erklärte
Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner.
Die Identität von zwei Schlägern sei
der Exekutive bekannt. "Es wäre
bedenklich, wenn man das als
unpolitische Rauferei herunterspielt",
stellte KPÖ-Landesvorsitzender Leo
Furtlehner zu Recht fest. Zur Erinnerung: Als die Welser
Polizei 1997 jenen Jugendlichen
verhaftete, der ein Ausländerwohnhaus
in der Porzellangasse angezündet hatte
(ein Toter, zehn Verletzte), beeilte
sie sich mitzuteilen, dass es keinen
rechtsextremen Hintergrund gebe. Dabei
unterschrieb der Jugendliche sogar
seine Briefe aus dem Gefängnis mit
"Sieg Heil!". Ein junger Staatsanwalt
deckte auf, dass der Täter einer
Neonazi-Bande angehörte und aus purem
Fremdenhass gehandelt hatte.
Schließlich wurde der Attentäter nach
dem Verbotsgesetz verurteilt. Die
Grünen richteten wegen des skandalösen
Verhaltens der Welser Polizei eine
Parlamentarische Anfrage an den
damaligen Innenminister Karl Schlögl
(SPÖ) - bezeichnenderweise ohne
Folgen.
In der SPÖ gibt es nicht wenige
Mandatare und Funktionäre, die
behaupten, in einem Bündnis mit der
FPÖ wären sozialpolitische
Fortschritte leicht zu erzielen.
Mit der Wirklichkeit hat diese
Behauptung aber wenig zu tun. Hier nur
zwei aktuelle Beispiele:
Barbara Kappel aus dem Konzern des
blauen Papierindustriellen Thomas
Prinzhorn wird von der FPÖ-Spitze als
künftige Wirtschaftsministerin
gehandelt. Sie sagt: "Ich sehe mich
selber als Leistungsträgerin, die für
die Leistungsträger da ist … Wir
wollen die Steuer- und Abgabenquote
sowie die Lohnnebenkosten senken, mit
dem Ziel, einen wettbewerbsfähigen
Standort zu schaffen." Im Klartext:
Die FPÖ möchte zugunsten des Kapitals
die Löhne und Sozialleistungen
senken.
Anfang Juli hat die FPÖ im
oberösterreichischen Landtag als
einzige Partei gegen die
Mindestsicherung gestimmt. "Dieses
Gesetz lädt Asylschwindler dazu ein,
es sich bei uns gemütlich
einzurichten", begründete
FPÖ-Sozialsprecherin Ulrike Wall die
Ablehnung. Selbst wenn dieser
fremdenfeindliche Unsinn stimmen
würde, hieße das, wegen einiger
Missbrauchsfälle Tausenden Armen die
dringend benötigte Unterstützung zu
versagen. So sieht das wahre Gesicht
der FPÖ aus: zynisch, rassistisch und
unsozial.
Am 6. Juli präsentierte Staatssekretär
Sebastian Kurz (ÖVP) den
Integrationsbericht2010, die
"Standard"-Journalistin Irene Brickner
hat dazu einen
Kommentar verfasst.
Herbert Schweiger, die graue
Eminenz der österreichischen und
deutschen Neonazi-Szene, ist am 5.7.
2011 87-jährig verstorben. Der
1924 in Spital am Semmering geborene
Schweiger meldete sich freiwillig zur
Waffen-SS und gehörte deren Division
"Leibstandarte Adolf Hitler" als
"Untersturmführer" (Leutnant) an. Nach
seiner Kriegsgefangenschaft wurde er
steirischer Landesobmann des
FPÖ-Vorläufers "Verband der
Unabhängigen" (VDU). 1956 war
Schweiger FPÖ-Spitzenkandidat in Graz.
Später gründete er den steirischen
Landesverband der
"Nationaldemokratischen Partei" (NDP)
mit, die 1988 wegen
NS-Wiederbetätigung behördlich
aufgelöst wurde. Schweiger trat
regelmäßig bei rechtsextremen Treffen
auf und pflegte enge Verbindungen zu
verurteilten Neonazis wie dem
Holocaust-Leugner Gerd Honsik. Auch
selbst wurde er mehrfach nach dem
Verbotsgesetz verurteilt: Zuletzt im
April 2010 vom Oberlandesgericht Graz
zu einer Freiheitsstrafe von 21
Monaten, davon sieben unbedingt. Im
Zusammenhang mit den Ermittlungen
gegen die Neonazi-Homepage
"Alpen-Donau.Info" wurde Schweiger als
Verdächtiger genannt. Jetzt betrauert
die braune Szene seinen Tod: "Leider
stimmt es, Deutschland verlor einen
seiner großen Söhne!"
Wie im letzten Netzwerk-Info
berichtet, hat Fred Duswald in
der FPÖ-nahen Zeitschrift "Aula" die
Holocaust-Überlebende Ruth Klüger
verhöhnt sowie KZ-Häftlinge als
"Landplage" und "Kriminelle"
beschimpft. Mittlerweile wurde er
von der Israelitischen Kultusgemeinde
(IKG) wegen NS-Wiederbetätigung
angezeigt.
Duswald (Jahrgang 1934) wohnt in
Neumarkt-Kallham und ist schon lange
in der rechtsextremen Szene aktiv. Er
war Bundeskassier der
Nationaldemokratischen Partei (NDP,
1988 behördlich aufgelöst), außerdem
Vorstandsmitglied des "Vereines
Dichterstein Offenhausen" (1998/99
behördlich aufgelöst).
Burschenschaften in Österreich und
Deutschland laden ihn, den "Alten
Herrn" der Münchner "Danubia", oft als
Referenten ein.
Die FPÖ-Spitze sieht übrigens keinen
Distanzierungsbedarf, obwohl die
"Aula" das Organ der Freiheitlichen
Akademikerverbände (einer
FPÖ-Vorfeldorganisation) ist.
In der "Aula", der Zeitschrift
der FPÖ-nahen Freiheitlichen
Akademikerverbände, hat der Autor
Fred Duswald die
Holocaust-Überlebende Ruth Klüger (sie
hielt im Mai 2011 im Parlament eine
Gedenkrede) verhöhnt, sowie
KZ-Häftlinge als "Landplage" und
"Kriminelle" beschimpft. Die
Israelitische Kultusgemeinde (IKG)
lässt eine Anzeige nach dem
Verbotsgesetz prüfen. Der grüne
Nationalrat Karl Öllinger hat
FPÖ-Bundesobmann HC Strache
aufgefordert, sich zu distanzieren.
Der Bundesvorsitzende der
"Nationalen Volkspartei", Christian
Hayer (54), stand am 27. und 28.
Juni in Wiener Neustadt vor
Gericht. Er ist wegen
NS-Wiederbetätigung, schwerer
Sachbeschädigung und Besitz verbotener
Waffen angeklagt. Im letzteren Punkt
hat er sich schuldig bekannt. Der
Prozess wurde auf unbestimmte Zeit
vertagt.
Der NVP-Prozess aufgrund der
Wiederbetätigungsanzeige der oö.
Landeswahlbehörde vom August 2009 wird
bis heute verschleppt.
Am 22. Juni vor 70 Jahren überfiel
Hitler-Deutschland unter dem Kennwort
"Operation Barbarossa" die
Sowjetunion. Die
Nationalsozialisten begannen damit
einen beispiellosen rassistischen
Vernichtungskrieg, der allein auf
sowjetischer Seite 27 Millionen
Menschen - überwiegend Zivilistinnen
und Zivilisten - das Leben kostete.
Der 22. Juni 1941 war zugleich aber
der Anfang vom Ende des "Dritten
Reiches". Denn obwohl die Wehrmacht
riesige Gebiete besetzte und bald vor
Moskau stand, hatten die
Nationalsozialisten die Rote Armee
völlig unterschätzt. Moskau und
Leningrad wurden erfolgreich
verteidigt. Zur Jahreswende 1942/43
fügte die Rote Armee den Invasoren in
Stalingrad eine katastrophale und
letztlich kriegsentscheidende
Niederlage zu. Ende April 1945 standen
die sowjetischen Streitkräfte vor dem
"Führerbunker" in Berlin. Am 8. Mai
1945 erklärte Hitler-Deutschland seine
bedingungslose Kapitulation.
Sehr interessant dazu die
"Standard"-Kolumne von
Hans Rauscher!
Außerdem ist auch auf der
Antifa-Netzwerk-Homepage
Wissenswertes dazu zu finden.
Die bedingten Freiheitsstrafen für
jene Ebenseer Jugendlichen, die im
Mai 2009 während einer Gedenkfeier
KZ-Überlebende attackiert hatten,
wurden vom Oberlandesgericht Linz
bestätigt: Es bleibt bei sechs und
fünf Monaten für zwei der Täter. Beim
dritten Täter wurde die ursprüngliche
Strafe "auf Vorbehalt" in eine
bedingte Freiheitsstrafe von zwei
Monaten verwandelt.
Bei einem rechtsextremen Treffen, das
am 18. Oktober 2010 in Offenhausen
stattfand, ließ sich ein 16-jähriger
Teilnehmer auf das Auto des
Antifaschisten Markus Rachbauer
fallen, der gerade vorbeifuhr, um zu
fotografieren. Dadurch sollte ein von
Rachbauer verschuldeter Unfall
vorgetäuscht werden. Der junge
Rechtsextremist erstattete Anzeige
wegen Körperverletzung. Drei seiner
Gesinnungsfreunde bezeugten diese
Darstellung. Doch die
Staatsanwaltschaft Wels stellte das
Strafverfahren ein.
Rachbauer, vertreten durch den Welser
Rechtsanwalt Heinz Oppitz, ging in die
Offensive: Wegen Verleumdung und
falscher Zeugenaussage mussten sich
das "Unfallopfer" und einer der
"Augenzeugen" vor dem Landesgericht
Steyr verantworten. Der Jugendliche
erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe
von sechs Wochen, sein erwachsener
Kumpan eine von fünf Monaten. Das
Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Am Sonntag, dem 26. Juni, will die
neonazistische "Nationale
Volkspartei" (NVP) an einem noch
unbekannten Ort in Niederösterreich
einen Umgründungsparteitag
durchführen: Alle Funktionen
sollen neu vergeben, ein neues
Programm und eine neue Satzung
beschlossen werden. Offenbar will die
NVP einem drohenden Verbot vorbeugen.
Das geltende Parteiprogramm stammt zum
Teil wörtlich aus einem Schulungstext
der SS.
Damit den Antifas das Lachen nicht
vergeht, hier ein Link zu einer
köstlichen Satire im aktuellen
PROFIL. Rainer Nikowitz schildert
HC Straches
"Zukunftskabinett", also die
Ministerkandidaten für eine blaue
Regierungsbeteiligung!
Derzeit hat die Strache-FPÖ
bundesweiten Aufwind. Das hat auch
damit zu tun, dass sie in einfach
gestrickter Weise gegen die
Finanzhilfe für Griechenland wettert
("Unser Geld für unsere Leut'!").
Die alten und neuen Anhänger der
Blauen verdrängen offenbar, dass die
mit Abstand teuerste Pleite für die
österreichischen SteuerzahlerInnen
zwar im Süden liegt - aber viel näher
als Griechenland. Es geht um Kärnten,
wo die Freiheitlichen seit vielen
Jahren die politische
Hauptverantwortung tragen.
Der folgende Kommentar von Hans
Rauscher hat den Titel
"FPÖ-Bankencrash". Er stammt aus dem
"Standard" vom 16.6. und sollte für
alle Wählerinnen, aber auch für alle
ÖVP- und SPÖ-PolitikerInnen, die eine
Koalition mit der FPÖ nicht
ausschließen, Pflichtlektüre sein:
"Der Zusammenbruch der
Hypo-Alpe-Adria wäre, so Pröll, "die
größte Bankenpleite in der Geschichte
Europas gewesen". Die Aussage von
Ex-Finanzminister Josef Pröll vor dem
Kärntner Hypo-Untersuchungsausschuss
sollten sich jene genau einprägen, die
immer noch glauben, dass eine FPÖ,
egal ob von Haider oder Strache
geführt, in irgendeiner Form
regierungsfähig sei. Pröll bestätigte,
dass die Kärntner FPÖ-Partie mit der
umnachteten Kärntner ÖVP beinahe das
Bundesland Kärnten und den Staat
Österreich in eine Finanzkrise
getrieben und beinahe einen
europäische Bankencrash ausgelöst
hätte: "Wir standen damals ohne
Trümpfe in der Hand mit dem Rücken zur
Wand, weil hier in Kärnten
unvorstellbare Haftungen (für die
Hypo, Anm.) eingegangen wurden. Das
war das eigentliche Dilemma und ist es
bis heute."
Die Folge eines Zusammenbruchs der
Hypo (ohne Notverstaatlichung) wäre,
so Pröll, "die größte Bankenpleite in
der Geschichte Europas gewesen".
Zunächst wäre das Land Kärnten in den
Ruin getrieben worden. Das
Budgetdefizit des Bundes wäre um
sieben Prozent gestiegen. Eine
Kettenreaktion unter
(südost)europäischen Banken wäre
gefolgt. Pröll: "Das Ganze hatte eine
europäische Dimension, nicht umsonst
haben sich die Nationalbank,
Finanzmarktaufsicht und auch die
Europäische Zentralbank massiv
eingeschaltet.
Wer eine Ahnung von Finanzwirtschaft
hat und die Geschichte des großen
Bankencrashs von 1931 kennt, weiß,
dass Pröll nicht übertreibt. Das
passiert, wenn man Freiheitliche an
echte Verantwortung lässt."
Jan Schedler, Alexander Häusler
(Herausgeber) Autonome Nationalisten:
Neonazis in Bewegung - VS Verlag
Wiesbaden, 328 Seiten, 34,95
Euro
Bei Demonstrationen schwarz vermummt
und gewaltbereit, agieren Teile der
neonazistischen Szene gegenwärtig
unter dem Label "Autonome
Nationalisten", Tendenz steigend.
Deutlich aktionsorientiert, begreift
sich diese neue Generation von
Neonazis als revolutionäre Avantgarde.
Zentrales Merkmal ist die Übernahme
linker Symbolik - Auftreten und
Kleidung sind bis ins Detail dem
politischen Gegner entlehnt, die
Agitation von antikapitalistischer und
antiimperialistischer Phraseologie
bestimmt. Gezielt wird versucht, sich
jugendkulturell zeitgemäß zu
präsentieren und thematisch bislang
eher von der Linken bestimmte
Politikfelder zu besetzen. Erstmalig
wird hier diese neue Erscheinungsform
des Neonazismus umfassend aus
sozialwissenschaftlicher Perspektive
analysiert. Kann von einem
Modernisierungsmoment der extremen
Rechten gesprochen werden, oder
handelt es sich um bloße Mimikry?
Genese der Autonomen Nationalisten -
Erscheinungsform - Strategie -
Ideologie und Themen - Regionale
Erscheinungsformen - Historischer
Exkurs - Perspektiven und
Kontroversen.
STOPLINE ist eine Meldestelle im
Internet, an die sich
NetznutzerInnen einfach,
unbürokratisch und allenfalls auch
anonym wenden können, wenn sie auf
Homepages mit
nationalsozialistischen Inhalten
(Verbotsgesetz, Abzeichengesetz) oder
mit Kinderpornographie (§ 207a StGB)
stoßen. Nach Eingang einer Meldung
überprüfen die
STOPLINE-MitarbeiterInnen, ob die
fraglichen Inhalte tatsächlich gegen
die österreichischen Gesetze
verstoßen. In diesem Fall werden
sofort die Sicherheitsbehörden sowie
der gegebenenfalls betroffene
österreichische Provider oder eine
ausländische Partner-Hotline
informiert, um die Inhalte möglichst
schnell zu entfernen. STOPLINE wird
im Rahmen des Safer-Internet-Programms
gefördert. Die Adresse lautet
http://www.stopline.at
!
Obwohl schon vor Jahren intensive
Bemühungen liefen, "Braune Flecken" zu
entfernen, tauchen immer noch welche
auf: Wie die Tageszeitung "Österreich"
am 22. Mai 2011 berichtet hat, ist
Adolf Hitler in Amstetten immer
noch Ehrenbürger. In der
Gemeinderatssitzung am 24.5. will die
Bürgermeisterpartei SPÖ die
Aberkennung der Ehrenbürgerschaft
beantragen. Dass dieser Antrag erst
jetzt gestellt wird, sagt viel aus.
Der Mitte Mai 2011 veröffentlichte
Jahresbericht der
Menschenrechtsorganisation Amnesty
International (AI) bestätigt in
seinem Kapitel über Österreich die
Kritik, die die antifaschistische
Bewegung immer wieder übt: Es
existiere weiterhin "rassistisch
motiviertes Fehlverhalten" der
Polizei. Die österreichische Justiz
weise "strukturelle Mängel" auf.
Nähere Informationen über den
AI-Bericht könnt Ihr unter
http://oesterreich.orf.at/stories/515347/
nachlesen!
Bettelverbot soll vom
Verfassungsgerichtshof geprüft werden
Vom oö. Antifa-Netzwerk war gefordert
worden: "SPÖ und Grüne, lasst Euch von
der übermächtigen Landes-ÖVP nicht
einschüchtern und leitet rasch die
Überprüfung durch den
Verfassungsgerichtshof ein!"
Erfreulicherweise tun das die
beiden Landesparteien jetzt
tatsächlich und zeigen damit eine
Konsequenz, die man in der Politik oft
schmerzlich vermisst.
Dass das oberösterreichische
Bettelverbot kaum verfassungskonform
sein dürfte, haben ja schon zwei von
der SPÖ eingeholte Gutachten belegt.
"Wenn auf rechtliche und politische
Argumente nicht mehr eingegangen wird,
dann bleibt der parlamentarischen
Minderheit nichts anderes übrig, als
eine Entscheidung durch den
Verfassungsgerichtshof zu suchen",
sagt SPÖ-Klubobmann Karl Frais. Sein
grüner Amtskollege Gottfried Hirz
bewertet die Chancen der
Verfassungsklage mit "50 zu 50". Eine
sehr vorsichtige Schätzung. Aber egal:
Wichtig ist, dass der Kampf gegen
Bettelverbote in Oberösterreich und
anderswo mit allen demokratischen
Mitteln fortgesetzt wird.
In weiten Teilen Europas ist ein
scharfer Rechtstrend festzustellen
Das EU-Ratsvorsitzland Ungarn hat sich
gerade eine autoritäre Verfassung
gegeben; unter den Augen der Polizei
werden dort Roma schikaniert und
verfolgt. In Frankreich liegt
Front-National-Chefin Marine Le Pen in
allen Meinungsumfragen deutlich vor
dem Präsidenten Nicholas Sarkozy. Und
die rechtsextremen "Wahren Finnen"
haben sich bei den finnischen
Parlamentswahlen mit fremden- und
frauenfeindlichen Parolen von vier auf
19 Prozent fast verfünffacht: Sie
werden eine wichtige Rolle in der
neuen Regierung spielen.
Nicht zu vergessen Österreich, das im
Jahr 2000 mit der
Regierungsbeteiligung der
rechtsextremen FPÖ einen Damm
gebrochen hat. Heute liegt die Partei
HC Straches trotz ewiggestriger
Ideologie und inhaltlicher
Konzeptlosigkeit an sicherer zweiter
Stelle, knapp hinter der SPÖ. Laut
"Standard"-Umfrage wollen 43 Prozent
der Bevölkerung die FPÖ in der
Regierung sehen. Offenbar können sich
diese 43 Prozent nicht mehr daran
erinnern, wie inkompetent und korrupt
blaue PolitikerInnen in den
Schüssel-Regierungen agiert haben.
Strache ist derzeit übrigens
unterwegs, um ein Bündnis
rechtsextremer Parteien (FPÖ, Front
National, Lega Nord, Vlaams Belang,
Dänische Volkspartei …) zu schaffen,
das ein EU-weites Volksbegehren für
totalen Asyl-Stopp und scharfe innere
Grenzkontrollen durchführen soll. Die demokratischen Parteien leisten
gegen den Rechtstrend selten
entschlossenen Widerstand, sondern
passen sich meist sogar inhaltlich
an. Äußerst lesenswert ist dazu
der profil-Artikel
"Das Prinzip Bösartigkeit"! Am
Beginn des Artikels heißt es:
"Europäische Regierungen deportieren
Roma, denken sich immer neue Schikanen
für Zuwanderer aus, drangsalieren
Muslime und gehen auf Bettler los. Es
sieht so aus, als hätte der alte
Kontinent endlich das einigende
Leitmotiv gefunden, nach dem alle
lange suchten."
"In einem Dorf in Russland waren
Partisanen. Da ist es klar, man muss
das Dorf dem Erdboden gleichmachen,
ohne Rücksicht auf Verluste. Man
hat Frauen und Kinder, alles
niedergeschossen, die wenigsten davon
waren Partisanen." Obergefreiter
Müller, 13. Oktober 1944.
Der deutsche Historiker Sönke Neitzel
hat in britischen und amerikanischen
Archiven einen Sensationsfund gemacht:
150.000 Seiten an Mitschnitten aus
eigens eingerichteten Abhörlagern, in
denen die Alliierten ab 1939 gefangene
Wehrmachtsangehörige bei ihren
Zellengesprächen belauschten. Diese
Quellen, die Neitzel gemeinsam mit dem
Sozialpsychologen Harald Welzer
ausgewertet hat, geben eine
Innenansicht des Zweiten Weltkriegs -
und begraben damit endgültig den
Mythos von der "sauberen
Wehrmacht". Nachzulesen im Buch "Soldaten.
Protokolle vom Kämpfen, Töten und
Sterben" von Sönke Neitzel und
Harald Welzer (S. Fischer Verlag,
Frankfurt am Main 2011, 524 Seiten,
22.95 Euro).
Mauthausen Komitee rüttelt Politik
auf: "Massiv zunehmenden
Rechtsextremismus endlich wirksam
bekämpfen!"
Wenige Tage vor der großen
internationalen Befreiungsfeier in der
KZ-Gedenkstätte Mauthausen schlägt das
Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ)
Alarm: In einem Offenen Brief vom
3.5. an die politische Führungsschicht
- Bundespräsident,
Regierungsmitglieder, Landeshauptleute
und Nationalratsabgeordnete - weist es
nicht nur auf die massive Zunahme
neonazistischer Straftaten hin. Allein
von 2009 auf 2010 ist die Zahl der
Anzeigen wegen NS-Wiederbetätigung um
mehr als 30 Prozent gestiegen! Das
Mauthausen Komitee sieht vor allem im
Umgang der Behörden mit diesen
Straftaten Anlass zu großer
Besorgnis. Es führt eine ganze Reihe von
Beispielen an, die die laxe Haltung
von Verfassungsschutz und Strafjustiz
belegen: So wurde die wiederholte
Schändung der KZ-Gedenkstätte
Mauthausen ebenso wenig aufgeklärt wie
die Zerstörung von Gedenksteinen für
NS-Opfer in Salzburg und Ansfelden.
Die Hintermänner der Neonazi-Homepage
"Alpen-Donau.Info" wurden nur zu einem
kleinen Teil ausgeforscht. Die
Aktivisten der rechtsextremen
Splitterparteien "Nationale
Volkspartei" und "Bunte" mussten sich
bis heute nicht vor Gericht
verantworten, obwohl die Wahlbehörden
schon vor mehr als eineinhalb Jahren
Anzeige wegen NS-Wiederbetätigung
erstattet haben. Das MKÖ weist auch auf mehrere
Fälle hin, in denen Bürger der Polizei
neonazistische Straftaten meldeten und
kein Gehör fanden. Als
unverständlich wird bezeichnet, dass
der Vater eines aktiven
Rechtsextremisten als
Verfassungsschutzbeamter tätig sein
kann und dass das Innenministerium
sich weigert, die Zahl der zur
Bekämpfung des Rechtsextremismus
eingesetzten Beamten zu
veröffentlichen. "Wir richten an die politischen
Verantwortungsträger den dringenden
Appell, alles in ihrer Macht Stehende
zu tun, damit der massiv zunehmende
Rechtsextremismus im Land endlich
wirksam bekämpft wird. Und damit
sichergestellt wird, dass die Polizei-
und Justizbehörden für ihre
diesbezüglichen Aufgaben bestmöglich
ausgestattet und motiviert sind",
sagt MKÖ-Bundesvorsitzender Willi
Mernyi. Rasche Maßnahmen zur Behebung
der Missstände seien notwendig.
"Es gilt, menschenverachtenden und
demokratiefeindlichen Strömungen viel
entschlossener als bisher
entgegenzutreten. Das sind wir auch
den Millionen in Mauthausen und
anderen nationalsozialistischen
Konzentrations- und Vernichtungslagern
Ermordeten schuldig", stellt der
96-jährige Mauthausen-Überlebende Hans
Marsalek fest.
Das MKÖ hat alle Verantwortungsträger
um Antwort ersucht.
Weitere Informationen auf
www.mkoe.at.
25 Jahre nach dem Beginn der Affäre
Waldheim hat der
Kommunikationswissenschafter
Maximilian Gottschlich wieder den
Antisemitismus in Österreich
untersucht. Seine Resultate sind
ernüchternd: Noch immer finden 12
Prozent der Bevölkerung, es wäre
besser, keine Juden im Land zu haben
(1986: 16 Prozent). 28 Prozent meinen,
dass die Juden an Verfolgungen zum
Teil selbst schuld sind (1986: 38
Prozent). Und 44 Prozent glauben, dass
Juden die internationale Geschäftswelt
beherrschen (1986: 64 Prozent).
Antisemitische Vorurteile halten sich
in Österreich also sehr
hartnäckig.
Nähere Informationen über Gottschlichs
Studie "Üble Melange" ist im
"profil" zu finden!
Die heurigen Gedenk- und
Befreiungsfeiern liegen nun mit dem
kompletten Programm vor. Das Programm
kann hier
downgeloaden
werden. Die Fülle von
Aktivitäten zeigt das enorme
Engagement des Mauthausen Komitees
Österreich (MKÖ) und seiner lokalen
Gruppen. Den OrganisatorInnen
sei für diese Leistung herzlich
gedankt! Alle Personen und Gruppen in
oö. Antifa-Netzwerk sind eingeladen,
an einigen angeführten
Gedenkkundgebungen teilzunehmen und
möglichst viele Menschen dorthin
mitzunehmen! Höhepunkt der Kundgebungen ist
natürlich die Internationale
Befreiungsfeier, die unter dem
Motto "Das Netzwerk des Terrors" am
Sonntag, dem 8. Mai, in der
KZ-Gedenkstätte Mauthausen
stattfindet. Zu dieser Feier werden
wieder mehr als zehntausend Menschen
aus 40 Nationen erwartet.
Seltsam ruhig ist es um die
Überprüfung des oberösterreichischen
Bettelverbots durch den
Verfassungsgerichtshof geworden.
Die Landes-SPÖ hatte sich ja in zwei
fundierten Rechtsgutachten die
Zweifelhaftigkeit dieser Regelung
bestätigen lassen und wollte nach dem
Beschluss des Landtages die
Überprüfung einleiten. Allerdings
braucht sie dafür ein Drittel der
Stimmen im Landtag und damit die
Unterstützung der Grünen. Laut der
Tageszeitung "Österreich" erklärte der
grüne Klubobmann Gottfried Hirz aber
Anfang April, seine Fraktion wolle
erst laufende Verfahren des
Verfassungsgerichtshofes über
Bettelverbote in anderen Bundesländern
abwarten.
Von der Sache her ist dieses Zögern
nicht verständlich, denn die
Bettelverbote in anderen Bundesländern
sind deutlich anders formuliert als
jenes in Oberösterreich. Um eine
gesonderte Überprüfung werden SPÖ und
Grüne also nicht herumkommen - wenn
sie das hiesige Bettelverbot wirklich
bekämpfen wollen. Und das hoffen wir
GegnerInnen des behördlichen
Wegräumens der Ärmsten doch sehr.
Also, SPÖ und Grüne, lasst Euch von
der übermächtigen Landes-ÖVP nicht
einschüchtern und leitet rasch die
Überprüfung durch den
Verfassungsgerichtshof ein! Apropos Bettelverbot: In Wels hat
die schwarz-blaue Mehrheit im
Gemeinderat beschlossen, dass künftig
auch die Ordnungswache das
Bettelverbot durchsetzen soll (was
verfassungsrechtlich ebenfalls höchst
bedenklich ist). In Linz kommen ÖVP
und FPÖ angesichts der anderen
Mehrheitsverhältnisse damit wohl nicht
durch.
Wie die Tageszeitung "Österreich"
berichtet, hat Stefan S.., Mitglied
des Bundesvorstandes der
rechtsextremen "Nationalen
Volkspartei" (NVP), deutschen
"Kameraden" per E-Mail empfohlen,
Grundstücke von Moscheen durch
Schweineköpfe und Schweineblut zu
schänden. Genau die Straftat, zu
der S. damit anstiftet, wurde in Linz
in der Silvesternacht 2007 verübt. War
der NVP-Funktionär daran beteiligt? In
einem weiteren nun bekannt gewordenen
E-Mail leugnet S. den Holocaust. Die
Staatsanwaltschaft Linz hat gegen S.
und andere oberösterreichische
NVP-Funktionäre noch immer keine
Anklage erhoben, aber am 29.3. 2011
die Ermittlungen ausgeweitet.
Anas Schakfeh, Präsident der
Islamischen Glaubensgemeinschaft,
fordert von den Behörden wirksame
Aktivitäten gegen die NVP: "Diese
Hetze weckt Erinnerungen an eine
dunkle Zeit. Es braucht ein Zeichen
gegen die wachsende
Islamfeindlichkeit, die salonfähig
wird."
Ludwig Lahers neuer Roman mit dem
mehrdeutigen Titel "Verfahren"
(Innsbruck 2011, Haymon, 180 Seiten,
19,80 Euro) untersucht den Umgang
österreichischer Behörden mit
Flüchtlingen. "Das Buch ruft auf
subtile Art Empörungslust hervor",
schreibt Sebastian Gilli im
"Standard".
Einen besonders üblen Fall von
Rassismus in einem Szenelokal zeigt
die Welser Antifa im März auf:
Bereits am 29. Jänner 2011 wollte eine
größere Gruppe von jungen Leute die
Diskothek "Fifty-Fifty" in Wels
besuchen. Doch drei dunkelhäutigen
Männern aus der Gruppe - sie sind
afrikanischer Abstammung - verweigerte
der Türsteher den Zutritt. Der
Obertürsteher bekundete, es gebe für
Schwarze generell keinen Einlass: Das
sei eine Weisung des Chefs der
Diskothek. Daraufhin verzichteten die
jungen Leute geschlossen auf den
Lokalbesuch.
Antifa-Anwalt Heinz Oppitz vertritt
die Betroffenen kostenlos und hat beim
Magistrat Wels Verwaltungsstrafanzeige
erstattet.
Erst Ende Jänner ist der rechtsextreme
Jugendclub "Objekt 21" in Desselbrunn
bei Schwanenstadt von den Behörden
aufgelöst worden. Mitte März haben die
Grünen bei der Staatsanwaltschaft Wels
Anzeige gegen den Internetversand
"Nordic Squad" (NS) erstattet, der
offenbar von früheren "Objekt
21"-Aktivisten ebenfalls in
Desselbrunn betrieben wird. Neben dem
Kürzel "NS" ist auf dem Versandlogo
die Tyr-Rune zu sehen, die von der
"Reichsführerschule" der SA, von einer
SS-Division und von der HJ in ihrem
Leistungsabzeichen benutzt wurde.
Jetzt darf man gespannt sein, wie
lange die Staatsanwaltschaft Wels und
der Verfassungsschutz diesmal zu einer
angemessenen Reaktion brauchen …
Ein außergewöhnlicher Erfolg war
der Politische Aschermittwoch der
Welser Antifa: Rund 400 Menschen -
darunter auch Bürgermeister Peter
Koits - drängten sich im völlig
überfüllten "Soundtheatre", um die
bekannte Flüchtlingshelferin Ute Bock
zu hören und den Film über sie zu
sehen. Bocks Engagement stieß auf
große Begeisterung: Fast 5000 Euro
konnten für ihr Projekt gesammelt
werden! Der "Kurier" berichtete
bundesweit über diesen Politischen
Aschermittwoch als inhaltlichen
"Kontrapunkt" zu Straches
gleichzeitiger Hetzveranstaltung in
der Jahn-Turnhalle in Ried. Die Welser
Antifa ist dank ihrer konsequenten
Arbeit jedenfalls im Aufwind. Siehe
Bericht!
Mit einer Presseaussendung des
"Vereins der Freunde des Welser
Tierheims" wurde ein Foto verschickt,
das zeigt, wie Vizebürgermeister
Hermann Wimmer,
Heimstätten-Geschäftsführer Manfred
Hochhauser (beide SPÖ) und
Wohnbaustadtrat Andreas Rabl (FPÖ)
gemeinsam einen wehrlosen Hund
streicheln. Ja, Hunde mag er, der
blaue Stadtrat. MigrantInnen freilich
versucht er nach Kräften zu
schikanieren. Was manche
SPÖ-Politiker keineswegs hindert, mit
ihm für peinliche Fotos zu posieren
…
Am 8. März 2011 wurde im
Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes (DÖW)
das hochinteressante Buch
"Grün-Weiß unterm Hakenkreuz - Der
Sportklub Rapid im
Nationalsozialismus" von Jakob
Rosenberg und Georg Spitaler (303
Seiten, erhältlich um 18,99 Euro im
DÖW und im Fanshop des
Hanappi-Stadions) präsentiert.
Näheres zum Inhalt diese Buches ist
beispielsweise beim
ORF , im
Kurier oder im
Standard zu finden!
Ein starkes Zeichen der
Zivilgesellschaft: Am 5. März 2011
fand das 1. Linzer Massenbetteln
statt. An der kurzfristig
organisierten Protestaktion gegen ein
Bettelverbot nahmen rund 400 Menschen
teil. Sie setzten sich trotz der Kälte
eine halbe Stunde auf den Boden und
bettelten symbolisch. Die Erträge des
Bettelns werden der ARGE Obdachlose
übergeben. Am 10. März wollen ÖVP und
FPÖ im Landtag das Bettelverbot
beschließen.
Auf der Linzer Landstraße wurde
getestet, ob und wie PassantInnen
reagieren, wenn ein Mann eine Frau
niederschlägt. Dabei war das
"Opfer" einmal eine "Inländerin",
einmal eine "Ausländerin mit
Kopftuch". Bitte seht Euch das in
diesem Kurzfilm über Zivilcourage an:
Einmal mehr hat der Welser
Bürgermeister Peter Koits (SPÖ) den
blauen Wohnbaustadtrat Andreas Rabl
auflaufen lassen:
Rabls Wohnungsvergaberichtlinie, nach
der die Vergabe öffentlicher Wohnungen
an Deutschkenntnisse geknüpft werden
sollte (>
FPÖ-Geschichtsverweigerung),
wurde vom Stadtsenat mit den Stimmen
der SPÖ und der ÖVP gekippt. Der
FPÖ-Politiker muss jetzt eine
Richtlinie ohne diesen Punkt vorlegen.
Auch Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner
(ÖVP) zeigte sich von den
undemokratischen Alleingängen Rabls,
der laufend die Gemeinderatsmehrheit
auszutricksen trachtet, wenig angetan.
Die Zahl der Strafanzeigen wegen
des Verdachts der NS-Wiederbetätigung
ist 2010 stark gestiegen. Gab es
2009 noch 531 Anzeigen, waren es im
Vorjahr 741. Das bedeutet eine
Steigerung von 39,5 Prozent!
Möglicherweise hat neben der Zahl der
einschlägigen Delikte auch die
Bereitschaft zugenommen, diese Delikte
anzuzeigen.
Zur Anklage gelangt sind im
vergangenen Jahr 153 Fälle (2009:
104). Bedenklich ist allerdings die
konstante Zahl der Verurteilungen nach
dem Verbotsgesetz: 2009 kam es zu 46
rechtskräftigen Verurteilungen, 2010
zu 45 (bei nur fünf unbedingten
Freiheitsstrafen). Der Vergleich mit
der Zahl der rechtskräftigen
Schuldsprüche vor einem Jahrzehnt
(beispielsweise 1998: 11) zeigt aber,
dass die antifaschistische
Aufklärungsarbeit doch nicht ganz
umsonst ist. Fazit: Das Verbotsgesetz ist
keineswegs "totes Recht", wird aber
von Verfassungsschutz und Strafjustiz
nicht annähernd so angewendet, wie es
seiner Intention und seinem Inhalt
entsprechen würde. Es gibt
gravierende Unterschiede zwischen den
Gerichtssprengeln.
Rudolf Gelbard (80), der als
Jugendlicher das KZ Theresienstadt
überlebte, ist seit Jahrzehnten als
Antifaschist engagiert wie wenig
andere. Auch in Oberösterreich
bestreitet er immer wieder
Veranstaltungen. Am 25. Februar 2011
ehrte Bundeskanzler Werner Faymann den
Zeitzeugen durch die Verleihung des
Silbernen Ehrenzeichens für
Verdienste um die Republik
Österreich. "Rudolf Gelbard
leistet mit seinem Engagement einen
ganz wesentlichen Beitrag zum
kollektiven Bewusstsein Österreichs
und ist zu einer Zentralfigur der
österreichischen Erinnerungskultur
geworden", betonte der Bundeskanzler.
Durch die breite Protestkampagne
gegen die Verschleppung von
Neonazi-Prozessen in Linz und Wels
(siehe unten) ist bekannt geworden,
dass die Staatsanwälte in Wiener
Neustadt etwas wirksamer arbeiten als
ihre Kollegen in Linz und Wels: Gegen den in Niederösterreich
aktiven NVP-Bundesvorsitzenden
Christian Hayer (54) liegt eine
Anklageschrift vor. Zitat: "Der
Vorsatz des Beschuldigten, der ganz
offensichtlich nationalsozialistischem
Gedankengut verfallen ist und sich
hievon nicht lösen will, war bei
sämtlichen Tathandlungen auf eine
propagandistische Betätigung im
nationalsozialistischen Sinne
gerichtet." Immerhin ein Fortschritt.
Wir werden erreichen, dass sich auch
Hayers NVP- und "Bunte"-Kumpane in
Oberösterreich vor Gericht
verantworten müssen.
Das oö. Antifa-Netzwerk hat den Anstoß
zur bisher breitesten
Protestkampagne gegen die
Verschleppung von
Neonazi-Prozessen gegeben: Am
21.2. 2011 forderten SPÖ, Grüne,
KPÖ, ÖGB, Katholische Aktion,
Evangelische Kirche, Israelitische
Kultusgemeinde und Mauthausen Komitee
von der Strafjustiz, in den Fällen
"Nationale Volkspartei" (NVP) und die
Welser"Bunten" endlich Konsequenzen zu
ziehen. Seit 2009 laufen die
Ermittlungen ohne absehbares Ende,
siehe
unten!
In Wels machen die Freiheitlichen
regelmäßig deutlich, wes Geistes
Kinder sie sind. Zwei Beispiele: FPÖ-Wohnbaustadtrat Andreas Rabl
wollte eine neue
Wohnungsvergaberichtlinie in Kraft
setzen, nach der die Vergabe
öffentlicher Wohnungen an
Deutschkenntnisse geknüpft wird. Eine
Mitarbeiterin im Wohnungsamt sollte in
jedem Einzelfall nach Gutdünken
entscheiden, ob die Kenntnisse
ausreichen ... Bürgermeister Peter
Koits (SPÖ) stoppte diese üble
Willkür, indem er die
Magistratsbeschäftigten anwies, Rabls
Richtlinie zu ignorieren. Jetzt
entscheidet juristisch der
Verfassungsdienst des Magistrates und
politisch der Stadtsenat.
Seit vielen Monaten wird in Wels unter
Beteiligung engagierter BürgerInnen an
Projekten für die Entwicklung der
Innenstadt gearbeitet. So sollen drei
Themenwege - Energieweg, Römerweg und
Erinnerungsweg - realisiert werden.
Zuletzt dürfte sich das auch zur FPÖ
durchgesprochen haben, denn
Gemeinderätin Christa Raggl-Mühlberger
versuchte gegen die Themenwege
Stimmung zu machen. Wie nicht anders
zu erwarten, stört die blaue
Mandatarin besonders der von der
Welser Antifa vorgeschlagene
Erinnerungsweg: Dieses Gedenken an
Welser Widerstandskämpfer und NS-Opfer
fördere nicht das "Verkaufserlebnis"
in der Innenstadt, meinte
Raggl-Mühlberger. SPÖ-Gemeinderat
Johann Reindl-Schwaighofer antwortete
darauf, was auf diese Art dumpfer
Geschichtsverweigerung zu antworten
ist. SPÖ, ÖVP und Grüne befürworten
die drei Themenwege.
Das Jüdische Medienforum empfiehlt
den Kurzfilm "Strangers" von Erez
Tadmor und Guy Nattiv, sehr zu Recht:
Nehmt Euch ca. sieben Minuten Zeit und
schaut ihn Euch an (bitte mit
Ton!):
Die konsequente Arbeit des oö.
Antifa-Netzwerks hat wieder zum Erfolg
geführt: Ende der letzten Jännerwoche
2011 entschied die
Sicherheitsdirektion
Oberösterreich als zweite Instanz,
den Auflösungsbescheid der
Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck für
den rechtsextremen Jugendclub
"Objekt 21" in Desselbrunn zu
bestätigen.
Die
angefügte
JPG-Datei enthält den "Kurier"-Artikel
von Jürgen Pachner vom 1.2. 2011 zu
diesem Thema.
Drei große alte Männer des
österreichischen Antifaschismus
feierten im Dezember 2010 besondere
Geburtstage: Alfred Ströer wurde 90
Jahre alt, Jonny Moser 85 und Rudolf
Gelbard 80. Die Welser Antifa
gratulierte dazu herzlich, dankt den
Jubilaren für ihre großartigen
Lebensleistungen und wünscht ihnen,
dass sie ihre Aufklärungsarbeit noch
lange fortsetzen können!
Jonny Moser und Rudolf Gelbard sind
auch in Oberösterreich - und besonders
in Wels - immer wieder als Zeitzeugen
an Schulen aktiv. Das Echo bei den
Jugendlichen ist hervorragend.
Das Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes (DÖW)
hat Kurzbiographien der drei Jubilare
zur Verfügung gestellt. Ihr könnt sie
in
einer
PDF-Datei nachlesen!
Staatsanwaltschaft interessiert sich
für "Pornojäger" Humer
Der "Pornojäger" Martin Humer (86) aus
Waizenkirchen tritt seit Jahrzehnten
als schrulliger katholischer
Fundamentalist auf. Weniger bekannt
ist, dass er sich - vor allem durch
seine Freundschaft mit dem Welser
Rechtsextremisten Ludwig Reinthaler -
auch schon lange in der braunen Szene
bewegt. Jetzt lässt die
Staatsanwaltschaft Wels den
Verfassungsschutz gegen Humer wegen
der Leugnung von NS-Verbrechen
ermitteln. Der "Pornojäger" hat beim
letzten Strafprozess gegen den Neonazi
Gerd Honsik (69) den Angeklagten
unterstützt und in einem Brief an den
Vorsitzenden Richter behauptet, in
Mauthausen und Dachau habe es
tatsächlich keine Gaskammern gegeben
... Die Stellungnahme des Linzer
Zeithistorikers Michael John und
sonstige Einzelheiten enthält der
"Kurier"-Artikel von Jürgen Pachner in
der angefügten
PDF-Datei!
Ein ganz anderer Reiseführer ist
kürzlich erschienen, nämlich einer
"durch die braune Topographie von
Oberösterreich". Das von Susanne
Rolinek, Gerald Lehner und Christian
Strasser verfasste Buch heißt "Im
Schatten von Hitlers Heimat" (Czernin
Verlag, 300 Seiten, 19,80 Euro). Seine
Lektüre ist höchst empfehlenswert:
übersichtliche Gliederung, gelungenes
Layout, spannender Inhalt.
Zeitgeschichte und Gegenwart werden
lebendig verbunden. Auch unser
Netzwerk kommt vor (im Kapitel über
Wels) und natürlich viele Orte, an
denen wir antifaschistisch arbeiten.
Thomas Rammerstorfer und Markus
Rachbauer vom infoladen Wels betreiben
eine hochinteressante Homepage mit
aktuellen Informationen über
rechtsextreme Jugendkulturen und ihre
Musik:
brauntoene.at
! Regelmäßige Besuche auf dieser
Homepage lohnen sich.
Rammerstorfer und Rachbauer bieten
"Brauntöne" aber auch als (kürzlich
überarbeiteten) Vortrag an, ebenso wie
einen Vortrag über die faschistischen
türkischen "Grauen Wölfe". Kurz
gesagt: top! Kontakt könnt Ihr unter
t.rammerstorfer@gmx.at aufnehmen..
Verteidigungsminister Norbert
Darabos (SPÖ) hat schon mehrfach
antifaschistische Akzente gesetzt.
Diese Akzente betreffen einerseits die
Würdigung des militärischen
Widerstandes gegen den
Nationalsozialismus und andererseits
die Bekämpfung aktueller
rechtsextremer Tendenzen im
Bundesheer.
Anfang Dezember wurde ein
österreichischer Milizsoldat vom
Auslandseinsatz in Bosnien
zurückgeholt, weil er in einem Lokal
in Sarajevo rassistische
Beschimpfungen und NS-Parolen von sich
gegeben hatte. Der Soldat soll
außerdem "Tätowierungen mit
rechtsextremem Bezug" tragen. Das
Bundesheer hat den Mann bei der
Staatsanwaltschaft angezeigt und ein
Disziplinarverfahren eingeleitet. Er
dürfte entlassen sowie auf Dauer vom
Milizdienst ausgeschlossen werden. Dringenden Handlungsbedarf hat
Minister Darabos auch bei der
Militärakademie in Wiener Neustadt,
wie das "profil" berichtet: Im Park
der Akademie wird auf einem Mahnmal
nicht nur des Wehrmachtsgenerals
Alexander Löhr gedacht, der im Zweiten
Weltkrieg für die Bombardierung
Belgrads und für Judendeportationen in
Griechenland verantwortlich war,
sondern auch des SS-Sturmbannführers
Walter von Eccher.
Am 1.12.2010 fällten die Geschworenen
im Welser Wiederbetätigungsprozess
gegen vier Ebenseer Jugendliche ein
einstimmiges, noch nicht
rechtskräftiges Urteil: Drei
Schuldsprüche und einen Freispruch im
Zweifel. Der Rädelsführer wurde zu
einer bedingten Freiheitsstrafe von
sechs Monaten verurteilt, ein anderer
Jugendlicher zu einer bedingten
Freiheitsstrafe von fünf Monaten.
Nicht geklärt werden konnte die Frage
nach den Hintermännern der Attacke auf
KZ-Überlebende im Mai 2009.
Insgesamt ist das gesellschaftliche
Signal, das vom Urteil ausgeht,
angemessen: Der Prozess und die
Schuldsprüche waren wichtig (ohne den
öffentlichen Druck der
antifaschistischen Bewegung wären sie
kaum zustande gekommen). Andererseits
kann es wohl kein antifaschistisches
Ziel sein, jugendliche Mitläufer ins
Gefängnis zu bringen, vor allem, wenn
weitere rechtsextreme Aktivitäten von
ihnen eher nicht zu erwarten sind.
Sehr positiv wirkte die Aussage des
französischen Zeugen Daniel Simon
(63), Sohn eines KZ-Überlebenden, der
selbst von den Jugendlichen attackiert
worden war und sie vor Gericht mit den
mörderischen Folgen des NS-Systems
konfrontierte (siehe
"Kurier"-Artikel
von Jürgen Pachner).
Das Mauthausen Komitee Österreich
(MKÖ) und die Grünen haben in
Reaktionen zum Urteil ein vehementeres
Vorgehen der Behörden gegen braune
Umtriebe gefordert.
MKÖ-Bundesvorsitzender Willi Mernyi
übte scharfe Kritik an der Laxheit von
Verfassungsschutz und Justiz bei der
Verfolgung der neonazistischen
Homepage "Alpen-Donau.Info", der
"Nationalen Volkspartei" (NVP) und der
"Bunten".
Buchkirchen bei Wels war neben
Hochburg-Ach die größte Heimatgemeinde
der Sinti-Minderheit in
Oberösterreich. Die
Nationalsozialisten deportierten und
ermordeten mehr als 20 Buchkirchner
Sinti. Nach 1945 kehrte kein
Angehöriger der Minderheit in die
Gemeinde zurück.
Der frühere Bürgermeister Gerhard
Rauscher (SPÖ) bemühte sich, in
Zusammenarbeit mit dem Verein Ketani,
Ludwig Laher und der Welser Antifa ein
würdiges Gedenken an die Ermordeten zu
erreichen. Erste Erfolge gab es auch:
Etwa am Nationalfeiertag 2008 eine
große Informationsveranstaltung, an
der rund 200 Buchkirchnerinnen und
Buchkirchner teilnahmen. Der nächste
Schritt sollte eine Gedenkstätte im
Foyer des neuen Gemeindezentrums
sein.
Im Herbst 2009 wurde Gerhard Rauscher
abgewählt. Die neue Bürgermeisterin
Regina Rieder (ÖVP) ließ deutlich
merken, dass sie mit dem geplanten
Mahnmal wenig Freude hat. Ungeachtet
dessen brachte die SPÖ bei der
Gemeinderatssitzung im November einen
sachlich fundierten Antrag ein, der
die historischen Hintergründe
darstellte und die baldige
Realisierung der Gedenkstätte im neuen
Gemeindezentrum forderte. Alle anderen
Fraktionen wurden zu einer gemeinsamen
Vorgangsweise eingeladen.
Als auf Intervention von
SOS-Menschenrechte-Vorsitzendem
Gunther Trübswasser Landeshauptmann
Josef Pühringer (ÖVP) der
Bürgermeisterin in einem Brief
mitteilte, er befürworte die
Errichtung einer Gedenkstätte, kam
Rieder unter Zugzwang. Doch sie fand
eine Lösung: Der Antrag der SPÖ wurde
durch einen Gegenantrag entsorgt.
Dieser Gegenantrag schiebt die
Gedenkstätte auf die lange Bank und
lässt auch ihren Ort völlig offen.
Dass ÖVP- und FPÖ-Fraktion hinter der
Bürgermeisterin stehen, ist wenig
verwunderlich. Überraschend war
allerdings, dass auch die Buchkirchner
Grünen GEGEN eine Gedenkstätte für die
ermordeten Sinti im neuen
Gemeindezentrum gestimmt haben – trotz
ihrer vorherigen Aussage, dass sie den
SPÖ-Antrag unterstützen würden. Ein
blamabler Umfaller, mit dem sich die
übergeordneten Parteigremien
jedenfalls auseinandersetzen sollten.
Der Linzer Vizebürgermeister Klaus
Luger (SPÖ) und der Welser
Bürgermeister Peter Koits (SPÖ) haben
eine erfreuliche Initiative
gestartet. Sie nehmen Innenministerin
Maria Fekter (ÖVP) beim Wort und
lassen alle offenen Fremdenrechtsfälle
in Linz und Wels neuerlich überprüfen
- mit dem Ziel humanitärer Lösungen.
(Zur Erinnerung: Fekter hatte sich in
der Debatte um die beiden
abgeschobenen Volksschülerinnen aus
der Verantwortung stehlen wollen und
behauptet, die Entscheidung über
Abschiebungen liege bei den
Magistraten.) Erstens gewitzt und
zweitens im Sinne der Menschenrechte:
Die Initiative ist zur Nachahmung
empfohlen. Kinderabschiebungen: Bitte
protestiert mit einer Unterschrift auf
www.gegen-unrecht.at
und leitet diesen Link an möglichst
viele andere weiter! Bisher haben rund
90.000 Menschen unterschrieben.
Am 18. Oktober 2010 ist Ernst
Huber (65) nach langer
Krebskrankheit verstorben. Der
gebürtige Kärntner lebte mit seiner
Familie schon seit Jahrzehnten in
Bachmanning (Bezirk Wels-Land). Mit
großer Konsequenz engagierte er sich
für Anliegen, die ihm wichtig waren.
Ernst Huber war ehrenamtlicher
Umweltbeauftragter der evangelischen
Kirche in Oberösterreich: Besonders
die Solartechnologie lag ihm am
Herzen. Im Frühjahr 2009 gründete er eine
Bachmanninger Gedenkinitiative, um an
die NS-Opfer in der Gemeinde zu
erinnern. Diese Initiative wird
u.a. von Bürgermeister Franz Brenneis
(ÖVP) und Vizebürgermeister Franz
Rapold (SPÖ) mitgetragen. Mittlerweile
sind vier Opferthemen bekannt: In
Bachmanning gab es ein Nebenlager des
KZ Mauthausen, in dem spanische
Häftlinge Zwangsarbeit leisten
mussten. Ein Zweig der von den Nazis
ermordeten Sinti-Familie Rosenfels war
im Ort ansässig. Der kommunistische
Widerstandskämpfer Alois Steiner
("Welser Gruppe") hatte dort Wurzeln.
Und auch Hartheim-Opfer kamen aus
Bachmanning. Derzeit arbeiten Ludwig
Laher und Martin Kranzl-Greinecker am
Text für eine Gedenktafel, die alle
diese NS-Opfer würdigen und an der
Außenseite des Gemeindeamtes
angebracht werden soll.
Ernst Huber wird die Enthüllung der
Gedenktafel, für die er sich so
eingesetzt hat, leider nicht mehr
erleben. Heuer im Mai ist er aber
wegen seiner Verdienste mit dem
Solidaritätspreis der katholischen
Kirchenzeitung ausgezeichnet worden.
Und er hat noch erfahren, dass ihm am
22. November der
Elfriede-Grünberg-Preis der Welser
Antifa verliehen werden sollte. Diese
Verleihung muss nun posthum
erfolgen.
Das oö. Antifa-Netzwerk, das
Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ)
und die Welser Antifa werden Ernst
Huber ein ehrendes Andenken bewahren.
Er wird uns fehlen.
Am 16./17.10. 2010 haben rund
70 Neonazis und
Rechtsextremisten aus Österreich
und Deutschland an einer
"Politischen Akademie" der
rechtsextremen "Arbeitsgemeinschaft
für demokratische Politik" (AFP) im
Gasthaus Lauber in Offenhausen
(Bezirk Wels-Land) teilgenommen. Die
Teilnehmer wurden von
antifaschistischen Kräften beobachtet
und fotografiert. Der
Verfassungsschutz war nicht anwesend -
er erfuhr erst durch einen
Journalisten vom braunen Spektakel (so
viel zu "Null Toleranz für
Rechtsextremismus in Oberösterreich"
...). Der grüne
Nationalratsabgeordnete Karl Öllinger
kritisierte in einer Presseaussendung
Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) und
den Verfassungsschutz. Er kündigte
auch eine Parlamentarische Anfrage zum
Thema an. Weitere Informationen unter
http://www.stopptdierechten.at !
In der
angefügten
PDF-Datei aus der Ausgabe des
"Kurier" vom 7.10. 2010 sind zwei
interessante Artikel zu finden: Einen
über zwei neunjährige Mädchen aus
einer bestens integrierten Familie,
die mit ihrem Vater in den Kosovo
abgeschoben werden sollen. Ihre
Mutter liegt im Spital. Für diese
Unmenschlichkeit der Sonderklasse
sollten sich die "christliche"
Innenministerin und alle sonst
Beteiligten in Grund und Boden
schämen!
Und ein Artikel über den Welser
FPÖ-Stadtrat Andreas Rabl, der
auch weiterhin seine längst widerlegte
Hetzpropaganda von der
angeblichen islamischen
Zwangsmissionierung an einer
Volksschule verbreitet. Dr. Robert
Eiter hat namens des oö.
Antifa-Netzwerks darauf reagiert.
Wie am 24. September 2010 in der Früh
bekannt wurde, ist der Braunauer
SPÖ-Bürgermeister Gerhard Skiba (63)
nach 21 Jahren im Amt aus
gesundheitlichen Gründen
zurückgetreten. Gerhard Skiba war
eine Ausnahmeerscheinung: Anders
als die meisten demokratischen
PolitikerInnen beschränkte er seinen
Antifaschismus nicht auf Gedenktage
und fallweise Presseaussendungen - er
lebte ihn konsequent. Gerade im
Innviertel bedeutete das viele
Schwierigkeiten und Konflikte. Doch
Skiba meisterte sie und erreichte,
dass Braunau einen neuen Ruf bekam.
Der Gedenkstein vor Hitlers
Geburtshaus, die Zeitgeschichte-Tage,
der landesweit erste eigene Rastplatz
für durchziehende Roma-Gruppen und die
entschlossene Unterstützung der Stadt
für antifaschistische Kundgebungen
sind seine größten Verdienste.
Verdienste, aufgrund derer er 2007 mit
dem Elfriede-Grünberg-Preis der Welser
Antifa ausgezeichnet wurde.
Gerhard Skiba bei der
Preisüberreichung durch Robert Eiter
2007
Wir danken Gerhard Skiba für seine
unbeugsame Haltung und sein
vorbildliches Engagement! Wir wünschen
ihm, dass es gesundheitlich
aufwärtsgeht. Und wir hoffen, dass er
uns auch in Zukunft unterstützt.
Alles Gute, Gerhard!
Große internationale Aufmerksamkeit
erregt das neue Buch des israelischen
Historikers Tom Segev: "Simon
Wiesenthal. Die Biographie"
(Siedler, München, 574 Euro, 30 Euro).
Segev schildert das Leben des
Holocaust-Überlebenden und Nazi-Jägers
kritisch, aber fair. Hierzulande wird
besonders die Erkenntnis thematisiert,
dass Wiesenthal (1908 - 2005)
jahrelang Mitarbeiter des israelischen
Geheimdienstes Mossad war. Diese
Mitarbeit diente allerdings nicht der
Spionage, sondern der Verfolgung von
NS-Verbrechern.
Gern erwähnt wird auch Segevs Befund,
Simon Wiesenthal sei ein "eitler und
streitsüchtiger Mensch" gewesen (wie
etwa die Konflikte mit
Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel
oder dem Jüdischen Weltkongress
gezeigt hätten). Eine wirkliche
Schwäche Wiesenthals kommt dagegen
kaum zur Sprache: Er, der die
politische Linke ablehnte, deckte zwar
- und zu Recht - die NS-Vergangenheit
hochrangiger SPÖ- und SED-Politiker
auf, schonte aber in auffälliger Weise
die Konservativen. Mit Kurt Waldheim
war er lange Zeit befreundet und
bescheinigte ihm wider besseres
Wissen, sein Lebenslauf sei "sauber" -
eine Unwahrheit, die Wiesenthal in den
USA sehr schadete.
Insgesamt freilich ist festzuhalten,
dass Simon Wiesenthal nicht nur
zahlreiche NS-Verbrecher - unter ihnen
den Holocaust-Organisator Adolf
Eichmann (1906 - 1962) - vor Gericht
gebracht, sondern auch äußerst
Wertvolles für die demokratische und
antifaschistische Bewusstseinsbildung
in Österreich geleistet hat. Siehe die
Titelgeschichte in der aktuellen
Ausgabe des Nachrichtenmagazins
"profil"!
Hier noch ein amüsantes Zitat
Wiesenthals: "Die Öffentlichkeit sah
mich als unersättlichen Rächer, der
jeden Morgen einen Nazi zum Frühstück
verspeist. Das stimmt aber nicht - ich
esse kein Schwein."
Am 4. 9. 2010 hat der Widerstand
gegen die fremdenfeindliche
Politik des französischen
Präsidenten Nicholas Sarkozy einen
neuen Höhepunkt erreicht: Nachdem
zuvor schon die EU-Kommission und der
Vatikan gegen die Abschiebung von 8000
Roma seit Jahresbeginn protestiert
hatten, gingen in 130 Städten
Frankreichs rund 100.000 Menschen auf
die Straße, davon rund 50.000
allein in Paris. Aufgerufen dazu hatte
ein breites Bündnis aus
Menschenrechtsorganisationen,
Gewerkschaften und linken Parteien.
Rund 500.000 Menschen haben eine
Protestresolution unterschrieben.
Sarkozy will seine rassistischen
Maßnahmen aber fortsetzen.
Am 25. August 2010 haben die SPÖ,
die Grünen und die KPÖ, die
Sozialdemokratischen
GewerkschafterInnen (FSG) und das
Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ)
die Verschleppung von
Neonazi-Prozessen kritisiert:
Obwohl die "Nationale Volkspartei"
(NVP) und die Welser "Bunten" bereits
vor einem Jahr von den Wahlbehörden
wegen NS-Wiederbetätigung angezeigt
wurden und das Belastungsmaterial
erdrückend ist, gibt es bis heute
keine strafrechtlichen Konsequenzen.
Justizministerin Claudia
Bandion-Ortner kennt die beiden Fälle,
ist also mitverantwortlich für die
Säumigkeit.
Die Kritik fand breites Medienecho
(siehe u.a.
http://ooe.orf.at/stories/465353/
).
Die Staatsanwaltschaften Linz und Wels
reagierten empört: Es werde intensiv
ermittelt ...
Während Innenministerin Maria Fekter
(ÖVP) gut integrierte Familien wie die
Zogajs und die Muradovs abschieben
lässt, spricht Außenminister
Michael Spindelegger (ebenfalls
ÖVP) von der Notwendigkeit,
ausgebildete Zuwanderer nach
Österreich zu holen. Wobei die
Merkmale, die solche Zuwanderer laut
Spindelegger haben sollen, zum
Beispiel auf Arigona Zogaj alle
zutreffen ... Widersprüchlicher geht
es nicht mehr.
Die SPÖ hat wieder nachgegeben und
einer "Anwesenheitspflicht" für
AsylwerberInnen in den ersten Tagen
ihres Verfahrens zugestimmt.
(Anders als Fekters erster Vorschlag
einer "Anwesenheitspflicht" soll der
jetzige Plan verfassungskonform sein.)
Angeblich konnte die SPÖ im Gegenzug
die Schaffung eines Bundesamtes für
Migration erreichen. Auch wenn
dieses Bundesamt kommen sollte,
bedeutet das aber noch lange keine
Humanisierung der Fremden- und
Asylpolitik ...
Zum 20. Todestag von Bruno
Kreisky (1911-1990) hat die
Volkshilfe ein T-Shirt
aufgelegt.
Es zeigt ein Foto des früheren
Bundeskanzlers und ein Zitat, das aus
Kreiskys 1938 gestelltem Asylansuchen
stammt: "Wenn Sie mich jetzt
zurückschicken, liefern Sie mich den
Leuten aus, denen ich gerade entkommen
bin." Der Sozialdemokrat jüdischer
Herkunft flüchtete vor den
Nationalsozialisten nach Schweden. Im
Gegensatz zu vielen heutigen
AsylwerberInnen in Österreich wurde er
nicht zurückgeschickt. Das T-Shirt ist
unter
www.volkshilfe.at
für eine Mindestspende von 25 Euro
erhältlich.
In "Aufmarsch - Die rechte Gefahr
aus Osteuropa" (Residenz Verlag,
304 Seiten, 21,90 Euro) schildern
Gregor Mayer und Bernhard Odehnal die
rechtsextreme Szene in Tschechien, der
Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien
und Bulgarien. Die Autoren haben in
allen genannten Ländern selbst
recherchiert. Sie zeigen, wie gegen
Roma, Juden und Homosexuelle gehetzt
wird und wie diese Propaganda in den
Alltag einsickert. Sie stellen die
neue Generation der "Führer" vor. Und
sie verweisen auf die Querverbindungen
zu rechtsextremen Gruppen in
Deutschland und Österreich, die eine
"Achse des nationalen Widerstands"
schaffen wollen. Mayer und Odehnal
benennen deutlich die Gefahr, die von
dieser Entwicklung ausgeht - für die
politische Stabilität der einzelnen
Länder selbst wie für die Demokratie
in der Europäischen Union insgesamt.
Äußerst lesenswert!
2010 feierte das Mauthausen Komitee
Vöcklabruck sein 25-jähriges
Bestehen. In diesem
Vierteljahrhundert hat das Komitee
unzählige Aktivitäten gesetzt und auch
eine ganze Reihe von Erfolge
verzeichnen können. Unter anderem
wurden bei den drei Nebenlagern des KZ
Mauthausen im Bezirk Vöcklabruck
Gedenkstätten errichtet.
Auf Anregung des Generalsekretärs des
Internationalen Mauthausen Komitees
(IMK), Albert Langanke, hat das
Mauthausen Komitee Vöcklabruck jetzt
eine reich bebilderte 24-seitige
Broschüre herausgegeben. Diese
dokumentiert an vielen ausgewählten
Beispielen die seit 1985 geleistete
Arbeit.
Die Broschüre "Mauthausen Komitee
Vöcklabruck. 25 Jahre Entwicklung 1985
- 2010" von Robert Bach, Günther
Grabner und Alois Sattleder kann unter
voecklabruck@oegb.at
oder unter 07672/23444 kostenlos
bestellt werden.
.. zeigte sich im April 2010 eine
FPÖ-Jugendfunktionärin in einer
Ö3-Befragung zur Bundespräsidentenwahl
nicht unbedingt. Aber das Interview
bleibt auch weiterhin ein
Spaßvergnügen:
Anmerkung vom 16. Oktober 2010:
Heute wurden auf dieser Site im
Bereich "Aktuelles" schon länger nicht
mehr aktuelle Nachrichten entfernt.
Die hier folgende Nachricht vom
Februar 2010 ist jedoch auch im
Oktober immer noch aktuell. Weil es
wird immer noch ermittelt. Oder
so.
Anmerkung vom 22. Februar 2011: Das
oö. Antifa-Netzwerk hat den Anstoß zur
bisher breitesten Protestkampagne
gegen die Verschleppung von
Neonazi-Prozessen gegeben: Am
21.2. forderten SPÖ, Grüne, KPÖ,
ÖGB, Katholische Aktion, Evangelische
Kirche, Israelitische Kultusgemeinde
und Mauthausen Komitee von der
Strafjustiz, in den Fällen "Nationale
Volkspartei" (NVP) und "Bunte" endlich
Konsequenzen zu ziehen.
Die Bürgerliste Die Bunten erhob beim
Verfassungsgerichtshof Einspruch gegen
das Wahlergebnis der Welser
Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl.
Nun tauchten Fotos von Kandidaten der
Bunten beim Hitlergruß auf.
Die Bunten wurden von der Wahl in Wels
ausgeschlossen, weil die Wahlbehörde
meinte, ein Antreten käme einer
verbotenen NS-Wiederbetätigung gleich.
Die Richtigkeit dieser Entscheidung
bestätigen die nun aufgetauchten
Fotos, ist Robert Eiter von der Welser
Initiative gegen Faschismus überzeugt.
Auf den Fotos seien T-Shirts mit
Aufdrucken wie "Ich habe Bock auf
Nazis" oder "Nationale Sozialistin"
gemeinsam mit Kandidaten der Bunten zu
sehen, sagte Eiter im Interview mit
dem ORF Oberösterreich, teilweise
sollen die Kandidaten diese T-Shirts
sogar selbst tragen: "Ich meine, viel
deutlicher geht es nicht mehr."
Dazu kommt ein Foto, das einen
Kandidaten mit zum Hitlergruß
erhobener Hand zeigt. Ludwig
Reinthaler, der Chef der Bunten,
bestreitet diesen Vorwurf. Er habe von
dem Kandidaten, der auf dem Foto zu
sehen ist, eine schriftliche Erklärung
bekommen, dass es sich um "eine
zufällige Handbewegung" gehandelt
habe.
nur eine zufällige Handbewegung ...
... sieht Ludwig Reinthaler
Sein Kandidat habe jemanden grüßen
wollen, so Reinthaler. Das habe man
auch in einer Stellungnahme an den
Verfassungsgerichtshof erklärt.
Sowohl das Foto mit dem möglichen
Hitlergruß, als auch die jetzt
aufgetauchten Fotos von Kandidaten mit
Kleidung aus der Neo-Nazi Szene wurde
von der Stadt Wels an den
Verfassungsgerichtshof übermittelt.
Zur Untermauerung, dass der
Wahlausschluss der Bunten
gerechtfertigt war. Das hat
Vizebürgermeister Hermann Wimmer als
Leiter der Wahlbehörde bestätigt.
Robert Eiter rechnet mit einer
eindeutigen Entscheidung der
Verfassungsrichter: "Hier zeigen
Kandidaten der Liste "Die Bunten" ganz
offen und provokant eine braune
Gesinnung und es ist klar, dass eine
solche Gruppierung bei Wahlen nichts
verloren hat."
Der Chef der Bunten sieht das
naturgemäß ganz anders. Man könne
nicht "wegen eines Leiberls eine ganze
Bürgerliste verbieten", noch dazu
hätten die Leute, die auf wählbaren
Listenpositionen stehen, mit der Sache
"überhaupt nichts zu tun", so
Reinthaler. (..)
Absolut vorbildlich ist eine
T-Shirt-(auf gut Österreichisch:
Leiberl-)Aktion gegen Rassismus, die
die Katholische Jugend ins Leben
gerufen hat! Jedes Leiberl mit dem
Aufdruck "Ich bin
Ausländer/Ausländerin - fast
überall" kostet 18 Euro. Der
Reinerlös fließt an das Mauthausen
Komitee Österreich (MKÖ) für die
Führung von Lehrlingen durch die
KZ-Gedenkstätte Mauthausen.
Bitte bestellt unter
karina.neuhofer@gmail.com oder
c.jordan@gmx.at
!
In Zeiten einer sich verschärfenden
Wirtschaftskrise mit drohender
Massenarbeitslosigkeit setzen
rechtsextreme und neonazistische
Organisationen immer öfter auf
sozialdemagogische Propaganda: Sie
behaupten, die wahren Antikapitalisten
zu sein und für einen "nationalen
Sozialismus" zu kämpfen.
Dieser Versuch ist alles andere als
neu. Nicht umsonst hat sich die
historische Nazi-Bewegung
"Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei" genannt - obwohl ihre
Kernschichten kleinbürgerlich waren
und sie vor ihrer Machtergreifung ein
enges Bündnis mit den alten
Machteliten (wie Großkapital und
Großgrundbesitz) schloss. Wohin das
geführt hat, wissen wir.
Trotzdem fallen auch heute ängstliche
und zornige Menschen auf die
sozialdemagogische Propaganda der
Rechtsextremisten herein. Umso
wichtiger, mit griffigen
Gegenargumenten gerüstet zu sein.
Daher hier zum Downloaden eine
ausgezeichnete Broschüre der
deutschen Metallergewerkschaft (IG
Metall) zu diesem Thema.
Thomas Punkenhofer von der
Volkshilfe-Flüchtlingsbetreuung hat
dankenswerterweise einen
Argumentationsleitfaden gegen die
gängigsten fremdenfeindliche
Vorurteile verfasst. Zum Nachzulesen
die Datei herunterladen, Verbreitung
erwünscht:
Argumentationsleitfaden
Bekanntlich haben in den letzten
Monaten nicht nur Rechtsextremisten
die Aufhebung des Verbotsgesetzes
gefordert, sondern auch mehrere
linksliberale Persönlichkeiten. Unter
dem Titel "Meinungsfreiheit für
Holocaust-Leugner?" haben wir die
gegen das Verbotsgesetz vorgebrachten
Argumente samt ihrer Widerlegung in
knapper Form zusammengestellt.
Nachzulesen in einer Datei zum
Herunterladen, Verbreitung
erwünscht: "Meinungsfreiheit
für Holocaust-Leugner?"